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Lichtenbroich
Fragen zu Parkplätzen und Flüchtlingen

Lichtenbroich. Oberbürgermeister Thomas Geisel hat seine Stadtteil-Gespräche in Lichtenbroich fortgesetzt. Die Fragen der zahlreichen Bürger waren vielfältig, befassten sich mit der Sicherheit und Flughafenparkern. Von Julia Brabeck

Rund 200 Bürger nutzten die Gelegenheit, beim 13. Stadtteil-Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Geisel diesem persönlich Anregungen, Beschwerden und Wünsche vorzutragen. Zuvor hatte sich dieser bei einem Rundgang einen kurzen Eindruck vom Stadtteil verschafft und die Jugendfreizeiteinrichtung "Blue Rock" besucht. Dort übergab ihm die Leiterin Christiane Erkens Briefe von Kindern, in dem diese ihre Wünsche an das Stadtoberhaupt richten. "Sie wünschen sich beispielsweise schönere Spielplätze mit attraktiven Geräten, eine große Rutsche im geplanten Unterrather Schwimmbad, besser ausgeleuchtete Wege und den Neubau des Blue Rock", sagt Erkens.

Letzterer Wunsch soll 2018 endlich in Erfüllung gehen. Das Jugendzentrum besteht aus ehemaligen Baucontainern von der Baustelle des Rheinufertunnels. Vor knapp 20 Jahren wurden diese am Lichtenbroicher Weg aufgestellt und waren eigentlich nur als eine Zwischenlösung gedacht. Seit Jahren ist geplant, das Provisorium durch einen festen Bau zu ersetzen. "Diese Dauerschieberei soll beendet werden", sagt Geisel. Er kündigte an, dass am Standort über fünf Millionen Euro, auch für eine Kita und ein Familienzentrum, investiert werden sollen.

Einen weiteren Halt legte Geisel bei der im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft für 375 Menschen in der Straße In der Nießdonk ein. Viel war allerdings nicht zu sehen - es war bereits dunkel und es regnete in Strömen. Zu erkennen war aber, dass die Arbeiten weit vorangeschritten sind, dort bald Menschen einziehen werden. Das beschäftigt die Lichtenbroicher nach wie vor sehr stark, die eine Überlastung des Stadtteils befürchten. Zumal bei zwei großen Bauprojekten in den nächsten Jahren mehr als 350 neue Wohnungen entstehen. "Wo sollen die Kinder in die Schule gehen, und ist die ärztliche Grundversorgung für alle sichergestellt? Es gibt jetzt schon lange Wartezeiten in den Arztpraxen", sagen die Bürger.

Für Unruhe sorgte die Aussage, dass einige Standorte von Flüchtlingsunterkünften später für Wohnbebauung genutzt werden sollen. "Was planungsrechtlich möglich ist, wird geprüft und das sollten wir dann auch nutzen", sagt Geisel. Ob das Gebiet In der Nießdonk dazu gehört, konnte der Oberbürgermeister nicht beantworten.

Am Franz-Rennefeld-Weg, wo 160 Flüchtlinge untergebracht werden sollen, wird es hingegen keine Nachfolgenutzung geben. "Dort müssen wir die aberwitzige Rechtsprechung beachten, dass es keine Wohnbebauung mehr in der Nähe von Sportanlagen geben darf, damit von vornherein Konflikte ausgeschlossen werden. Deshalb ist an diesem Standort nur eine provisorische Lösung erlaubt", sagt Thomas Geisel.

Ein Dauerproblem für die Lichtenbroicher ist die schlechte Parkplatzsituation hervorgerufen durch die vielen Flughafenparker. "Wir prüfen dafür verschiedene Lösungen", versprach Geisel. Er regt an, in den betroffenen Gebieten die Möglichkeit von Anliegerparken zu prüfen und den Bewohnern dann auch Ausweise für Gäste zur Verfügung zu stellen.

Einige Bürger fühlen sich auch nicht mehr sicher im Stadtteil, würden sich mehr Polizeipräsenz und wieder eine eigene Wache wünschen. "Polizeistationen sind Landesaufgabe", sagt Geisel.

Quelle: RP
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