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Lichtenbroich/Unterrath
Kunstverkauf soll Flüchtlingen helfen

Lichtenbroich/Unterrath. Hiltraut Struck war selber Flüchtling und will deshalb nun anderen helfen. Von Julia Brabeck

Hiltraut Struck weiß genau, wie man sich als Flüchtling fühlt, deshalb ist es ihr ein großes Bedürfnis, den Flüchtlingen in Düsseldorf zu helfen. Als 15-Jährige flüchtete sie mit ihren Eltern aus der DDR in die BRD und musste damals alles zurück lassen . "Eigentlich hatte ich versucht, dieses Ereignis zu verdrängen, aber jetzt kommt alles wieder hoch", sagt die Lichtenbroicherin. Mitten in der Nacht wurde sie 1955 ohne Vorwarnung von ihren Eltern geweckt und hatte nur wenig Zeit, noch einige Sachen einzupacken. "Ich war unbedarft in politischen Dingen und sehr glücklich in der DDR gewesen. Für mich war es schlimm, alle Freunde und mein Klavier zurückzulassen. Ich habe damals ein Paradies verloren", sagt die 75-Jährige. Später war sie allerdings ihren Eltern dankbar für den drastischen Schritt.

Die erste Zeit nach der Flucht verbrachte sie mit vielen anderen Menschen in einem Lager in Berlin. "Von Anfang an wurde ich als ,verdammter Flüchtling' beschimpft", sagt Struck. Hilfe hätten sie damals keine erfahren. "Ich will mich deshalb für die Flüchtlinge einsetzen, denn ich kann nicht so tun, als ginge mich ihr Schicksal nichts an", sagt Struck, die sich schon seit vielen Jahren als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der evangelischen Kirchengemeinde Unterrath/Lichtenbroich und im Zentrum plus Lichtenbroich engagiert. Die begeisterte Hobbymalerin plant deshalb eine Verkaufsausstellung in der Petruskirche, deren Erlös den Flüchtlingen zu Gute kommen soll. Tagelang hat sie bereits dafür gearbeitet. "Anbieten werde ich 70 Karten, 25 gerahmte Bilder und 40 Werke mit Passepartout. Alles sind Unikate." Die Preise für die Bilder, die größtenteils Landschaften oder Blumen zeigen, will sie zusammen mit Mitgliedern des Presbyteriums festlegen. "Diese werden aber unter 100 Euro liegen." Durchgeführt wird der Verkauf am Freitag und Samstag, 18. und 19. September, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 20. September, 12 bis 17 Uhr, in der Petruskirche (Am Röttchen).

Quelle: RP
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