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Lichtenbroich
Lichtenbroicher Kitas sind überfüllt

Lichtenbroich. Im Stadtteil gibt es nicht genug freie Plätze in Grundschulen und Kitas. An der Krahnenburgstraße mussten in diesem Schuljahr acht Grundschüler abgewiesen werden. Neue Wohngebiete und viele Flüchtlingsfamilien sind der Grund. Von Julia Brabeck

Mitglieder der Bezirksvertretung 6 haben gemeinsam mit Abgesandten von Institutionen in Lichtenbroich, der Polizei und der Bezirksverwaltungsstelle einen Rundgang durch Lichtenbroich unternommen. Ziel war es, sich über Angebote von Kindern und Jugendlichen zu informieren, sich die Baufortschritte bei zwei großen Wohngebieten erläutern zu lassen und sich Projekte anzuschauen, für die Gelder der Bezirksvertretung bereitgestellt wurden.

Dazu gehört beispielsweise der städtische Spielplatz am Einbrunger Weg. Dieser war durch umgestürzte Bäume beim Pfingststurm Ela zerstört worden und wurde mit 50.000 Euro der Bezirksvertretung und 20.000 Euro von Mercedes wieder hergerichtet.

Eine wunderschöne und sehr großzügige Spielanlage befindet sich auch am Sermer Weg. Diese wird allerdings nicht so genutzt, wie sie es eigentlich verdient hätte, denn der etwas versteckt liegende Spielplatz ist nicht sehr bekannt. Die Bezirkspolitiker wollen deshalb Hinweisschilder installieren lassen. Zudem setzen sie sich für eine Überarbeitung des dortigen Fußballplatzes ein.

"Der Belag ist aus Asphalt und viel zu rau und inzwischen auch zu uneben", sagt Ratsherr Dirk Sültenfuß (CDU). Mit einem gemeinsamen Antrag wollen CDU und SPD das Projekt vorantreiben, das rund 70.000 Euro kosten wird.

Viele weitere junge Bewohner werden durch die Sanierung und Erweiterung der beiden Wohngebiete rund um den Sermer Weg und den Einbrunger Weg erwartet. Das könnte problematisch werden, denn dem Stadtteil wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren 860 Flüchtlinge, darunter viele Kinder, zugewiesen. "Die Eltern kommen mit vielen Fragen zu uns. Das kostet jede Menge Zeit. Wir bräuchten deshalb mehr Verwaltungsstunden vom Schulamt, wie das bereits in anderen Schulen üblich ist", sagt Dagmar Strack, Sekretärin der Grundschule Krahnenburgstraße. Hinzu kommt ein Platzproblem. Die Schule stößt an ihre Kapazitäten. "Acht Kinder, sowohl Flüchtlinge wie auch neu zugezogene, mussten wir in diesem Schuljahr ablehnen", sagt Strack.

Die Bezirksvertretung 6 hat deshalb mit einem interfraktionellen Antrag die Verwaltung aufgefordert, die Grundschule an der Krahnenburgstraße zu vergrößern. Kurzfristig könnte das nach dem Willen der Lokalpolitiker auch durch Container geschehen, die auf dem Schulgelände aufgestellt werden, bis ein Erweiterungsbau realisiert wird.

Noch dramatischer sieht die Situation in den Kindertagesstätten von Lichtenbroich aus. "Wir haben einen Anteil von Eltern mit Migrationshintergrund von 99 Prozent", sagt Alexandra Langwald, Gruppenleiterin und Fachfrau für interkulturelle Kompetenzen im Familienzentrum Volkardeyer Weg. Hier gab es 50 Anmeldungen auf 22 freie Plätze. "Wir sollen einen Anbau bekommen und hoffen, dass dieser nun schnell realisiert wird."

Ähnlich stellt sich die Situation in der evangelischen Kindertagesstätte an der Krahnenburgstraße da. "Wir konnten in diesem Jahr 80 Familien, darunter 90 Prozent Flüchtlinge, nicht berücksichtigten", sagt Leiterin Monika Vollmar-Braun. Sie würde sich wünschen, dass der Stadtteil als belastet eingestuft wird. "Denn dann hätten wir Anspruch auf mehr Personal." Denn die Kinder blieben sonst auf der Strecke. "Gerade traumatisierte Flüchtlingskinder brauchen eine intensive und individuelle Betreuung."

Quelle: RP
 
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