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Lichtenbroich
Neues Gesicht für die Siedlung Sermer Weg

Lichtenbroich. 115 Wohnungen werden in Lichtenbroich modernisiert und 85 Einheiten neu gebaut. Dabei werden über 28 Millionen Euro investiert und Wohnungen für Flüchtlinge geschaffen. Von Julia Brabeck

Die große Wohnsiedlung rund um den Sermer Weg in Lichtenbroich erhält seit einem Jahr ein neues Gesicht. Die rund 50 Häuser aus den 1950er Jahren mit ihren 240 Wohnungen werden umfassend saniert und teilweise abgerissen, um Platz für Neubauten zu schaffen. Zwei zusätzliche neue Mietshäuser und zwölf Einfamilienhäuser, die später verkauft werden sollen, sind geplant. Insgesamt wird am Ende mit 14.500 Quadratmetern rund 25 Prozent mehr Wohnfläche vorhanden sein. Allerdings gibt es nicht mehr Wohnungen, denn die bestehenden Heime, mit zum Teil sehr kleinen Grundrissen, werden neu zugeschnitten, so dass verschiedene Größen von Einzimmer-Apartments bis Vierzimmer-Wohnungen entstehen.

"Bisher ist alles gut abgelaufen und wir befinden uns im Zeitplan. Bereits zum Jahresanfang sollen die ersten unserer Mieter in den Neubau einziehen können", sagt Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer der Rheinwohnungsbau, der die Wohnsiedlung gehört. Das Projekt wird in drei Bauabschnitten abgewickelt, damit viele der Bewohner der Siedlung eine Chance erhalten, direkt in eine neue oder sanierte Wohnung umziehen zu können. Der erste Gebäuderiegel, der zurzeit kernsaniert wird, wurde schon vor vielen Monaten leergezogen. "Die Mieter haben wir größtenteils in Wohnungen aus unserem Bestand unterbringen können. Für jeden betroffenen Bewohner konnten wir bisher eine Lösung finden", sagt Hummelsbeck.

Bevor der zweite Bauabschnitt Mitte 2016 startet, können die dortigen Bewohner in den schon fertig gestellten ersten Bauabschnitt umziehen. Der dritte Abschnitt soll 2018 starten, so dass das gesamte Projekt bis Ende 2019 beendet wird. Rund 28 Millionen Euro investiert die Rheinwohnungsbau in die Siedlung. Dabei werden die meisten Wohnungen als öffentlich geförderter Wohnungsbau geplant, obwohl für das schon vor einigen Jahren geplante Bauvorhaben das vom Stadtrat verabschiedete "Handlungskonzept Wohnen", welches bei Neubauten 20 Prozent preisgedämpfte und 20 Prozent öffentlich geförderte Wohneinheiten vorschreibt, nicht gültig ist. "Wir wollen auch spezielle Förderprogramme in Anspruch nehmen und damit auf alle Gebäude verteilt Familienwohnungen für Flüchtlinge bauen", sagt Hummelsbeck. "Nur in funktionierenden Quartieren ist Integration gut möglich."

Ein weiteres Ziel ist die Barrierefreiheit, die allerdings in den alten Häusern nur in den Erdgeschosswohnungen vollständig umgesetzt werden kann. "Die Wohnungen in den anderen Etagen sind zwar auch dann alle barrierefrei aber nicht barrierefrei erreichbar", sagt Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck.

Auch die Außenanlagen im Stadtteil Lichtenbroich werden neu strukturiert. Die Fahrräder der Mieter können künftig in abgeschlossene und beleuchtete Fahrradhäuser abgestellt werden, die Pkw-Stellplätze sind fußnah auf den neuen Parkinseln zu erreichen, und die Müllsammelplätze werden zentralisiert. Dabei wird aber darauf geachtet, dass die großzügigen Grünflächen zwischen den Gebäuden erhalten bleiben.

Quelle: RP
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