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Lierenfeld
Die Stadtwerke sollen schneller werden

Lierenfeld. Großer Andrang beim achten OB-Dialog: In Lierenfeld ging es um Baumaßnahmen, Parkplätze und Lärm. Von Torsten Thissen

Es war ein schöner Spaziergang, den Oberbürgermeister Thomas Geisel hinter sich hatte, als er in das Vereinsheim des DSV 04 kam. Und man kann es natürlich Glück nennen oder Vorsehung, dass er nicht den Tulpenweg ausgelassen hatte. Denn unter den zahlreichen Bürgern, die mit dem OB in Kontakt treten wollten, befanden sich eben auch Anwohner jener Straße. Die Parkplatzsituation beschäftigte die Menschen, sie hielten Schilder in die Höhe, auf denen sie Geisel einluden, nicht ohne den Ratschlag, sein Auto doch stehenzulassen.

Der Tulpenweg ist eng, es herrscht zur Zeit noch ein Halteverbot, weswegen vor allem Besucher keine Möglichkeit haben, ihr Auto abzustellen. Geisel stellte eine Lösung in Aussicht. Zunächst eine kurzfristige: "Es sieht so aus, dass ein eingeschränktes Halteverbot kommt, statt eines absoluten."

Auf Dauer soll die Möglichkeit geschaffen werden, die angrenzende Industriebrache zu bebauen. Dann könnte die Straße auch verbreitert werden, so Geisel. Die Situation ist rechtlich schwierig. Die Stadt will Wohnbebauung zulassen, allerdings befürchtet ein in der Nähe ansässiges Industrieunternehmen Klagen wegen Lärms und klagte gegen die Planungen. Für Geisel ist die Situation exemplarisch für das deutsche Planungsrecht. "Wir brauchen diese Wohnungen", sagte er. Das Planungsrecht, das zu große Abstandsflächen fordere, gehe "an den Wünschen der Menschen vorbei." Geisel sagte, er wundere sich immer wieder über die Menschen, die im Düsseldorfer Norden ein Haus kauften und denen erst später auffällt, dass es hier auch einen Flughafen gibt. Das sei eine ähnliche Situation.

Beim Thema Bahnlärm, dass die Besucher ansprachen, machte Geisel klar, dass die Möglichkeiten eines Oberbürgermeisters begrenzt sind. "Nur als Stadt kann man da wenig erreichen. Wir unterstützen deshalb die Initiative des Städtetages". Er sei "zuversichtlich", dass zumindest die Mehrbefahrung der Güterstrecke in Lierenfeld mit dem Lärmschutz einhergehen werde.

Konkreter wurde Geisel zum Thema Jugendtreff in der Lukaskirche. 2017 soll der kommen, versprach der Oberbürgermeister, dann stünden die Mittel bereit, mit der Planung müsse bald begonnen werden.

Da das Lierenfelder Schützenfest vor der Tür steht, meldete sich auch das Brauchtum zu Wort. Schützenchef Wolfgang Liembd machte Geisel auf die schwierige Situation aufmerksam, wenn Ordnungsamt und Polizei wegen Beschwerden von Anwohnern hart gegen das Brauchtum durchgreifen. Ob denn nicht die Möglichkeit bestehe, innerhalb des Gesetzes eine Grauzone für solche Veranstaltungen einzurichten, fragte der Schützenbruder. Geisel stimmte zu, auch er sehe das Problem. "Wer in Düsseldorf lebt, lebt in einer lebendigen Metropole, in der auch mal gefeiert wird."

Mehrmals schon wurden Veranstaltungen der Schützen abgebrochen, Wirte fürchten um ihre Konzession. "Bevor jemand deswegen seine Konzession verliert, melden Sie sich noch einmal bei mir", sagte Geisel und sprach sich für mehr Toleranz aus.

Quelle: RP
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