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Lierenfeld
Lierenfeld feiert mit seinen Schützen

Lierenfeld. Am Samstag veranstalteten die Schützen zum zweiten Mal ihr "Lierenfeld Live". Nun gibt es einen neuen König. Von Nicole Esch

"Im Gleichschritt Marsch!" Mit dieser militärischen Anweisung setzte sich der Lierenfelder Schützenzug am Sonntag bei bestem Wetter in Bewegung. Am Freitag zum Zapfenstreich hatten die Lierenfelder mit dem Wetter nicht so viel Glück. Statt wie üblich das Schützenfest auf der Sportanlage des DSV 04 zu eröffnen, mussten die Schützen ins Festzelt ausweichen. "Wir dachten uns, bevor wir auf der nassen Wiese stehen, alle meckern und die Uniformen anfangen zu müffeln, ziehen wir lieber um", erzählte Geschäftsführer Heiko Jurgasch.

Am Samstag veranstalteten die Schützen zum zweiten Mal ihr "Lierenfeld Live" mit großem Erfolg. Drei Live-Bands brachten die Besucher mit Schlagermusik in Stimmung. "Wir möchten mit dem Event mehr auf die Bevölkerung zugehen", sagte Jurgasch. Auch für die Band "Bailando Beat" war das ein besonderer Abend. Sie bekamen im Festzelt die "Goldene Schallplatte" verliehen.

Zum Festzug am Sonntag waren besonders viele befreundete Vereine angereist, denn es gab etwas zu feiern. Die Gesellschaft "Jäger" feierte ihr 90-jähriges Jubiläum und hatte sich dafür auch besonders herausgeputzt. Rund 400 Schützen, 250 Musiker und 20 Pferde sorgten auf den Straßen Lierenfelds für festliche Stimmung. Zuschauer winkten vom Straßenrand oder sahen von ihren Wohnungen aus zu.

Beate Droben ist eine der Lierenfelder Schützinnen. Der Schützenverein bedeutet ihr viel. "Ich bin damit groß geworden. Das ist mein Leben." Sie stammt aus einer traditionsreichen Schützenfamilie. "Mein Großvater, mein Vater, meine Onkel waren alle im Verein." Ihr Mann Karl-Heinz ist, wie auch die 55-Jährige, Mitglied in der Gesellschaft "Graf von Spee". Als Kind durfte Droben immer nur zuschauen, denn Mädchen oder Frauen waren in den Vereinen noch nicht zugelassen. Lange Zeit war das Schützenwesen eine Männerdomäne. Das scheint sich zu wandeln. Immerhin seien schon rund dreißig Prozent der Lierenfelder Schützen weiblich, schätzte Jurgasch. Nur seine eigene Gesellschaft, die "Hubertus", lasse noch keine Damen zu, bedauerte er.

Seit 1994 ist Droben Mitglied der Lierenfelder Schützen und hat dort schon einiges erreicht. Zweimal war die 55-Jährige Kompaniekönigin. Mit ihrem Mann zusammen hat sie schon Erfahrungen als Regiments-Königspaar gesammelt. Jetzt ist die Schützin 1. Hauptfrau. Ihr großes Ziel ist, sich zur Regimentskönigin zu schießen. "Ich war die erste Kompaniekönigin, da wäre ich auch gerne die erste Regimentskönigin", erzählte Droben. Ihr reiche aber auch, wenn überhaupt mal eine Frau den Königsvogel abschießt.

Schwierigkeiten als Frau hatte Droben im Verein nie. "Ich kann mich aber auch durchsetzen. Das ist ein großer Vorteil", sagte die 55-Jährige. "Das ist eher schwer für die Männer. Die haben ein wenig damit zu kämpfen, dass Frauen jetzt auch den König schießen dürfen. Einige Schützen hätten lieber einen Mann", berichtete die Schützin.

Nach der großen Parade war Beate Droben dann aber doch froh, dass der Festzug vorbei war. "Die Füße schmerzen nicht, die sind das gewohnt. Aber es war doch zu warm", sagte die Hauptfrau.

Heute Abend wird im Festzelt der Regimentskrönungsball gefeiert, bevor das Fest mit dem traditionellen "Großen Zapfenstreich" beendet wird.

Quelle: RP
 
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