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Lierenfeld
Lierenfelder fürchten, zu viel für Straßensanierung zu bezahlen

Lierenfeld: Lierenfelder fürchten, zu viel für Straßensanierung zu bezahlen
Josef Mettbach (l.) und Heinz Bondorf ärgern sich, dass am Sebastiansweg die Sanierungsarbeiten nicht parallel ausgeführt werden. FOTO: hans-jürgen bauer
Lierenfeld. Für die Sanierung des Sebastianswegs samt Erneuerung der Gaslaternen müssen die Anwohner einen großen Teil der Kosten tragen. Dass die Arbeiten nicht parallel ablaufen, ärgert die Menschen dort. Von Nicole Kampe

Josef Mettbach und sein Nachbar Heinz Bondorf verstehen die Welt nicht mehr. Die beiden Männer wohnen am Sebastiansweg, der zu einer Spielstraße umgebaut werden soll. Außerdem müssen die Gaslaternen dort durch elektrische ausgetauscht werden. So hatte es die Bezirksvertretung 8, die für die Stadtteile Eller, Lierenfeld, Vennhausen und Unterbach zuständig ist, vor mehr als zwei Jahren entschieden, mit der Aufforderung an die Verwaltung, Anwohner und Eigentümer in das Projekt einzubeziehen. Weil ein Großteil der Kosten die Lierenfelder wie Mettbach und Bondorf nämlich selbst übernehmen müssen, so sei die gesetzliche Vorgabe, heißt es aus der Verwaltung. Die beiden aber haben das Gefühl, dass ihr Geld - "10.000 bis 15.000 Euro soll uns das Ganze pro Haushalt kosten", sagt Josef Mettbach - aus dem Fenster geworfen wird.

"Erst wurde die Straße aufgerissen, um neue Leitungen zu legen", sagt der 66-Jährige, "jetzt ist der Bürgersteig dran, wo neue Rohre gelegt wurden." Die alten Bürgersteigplatten seien einfach entsorgt, neue Steine gelegt worden. "Die bleiben aber nicht lang, wenn der Bürgersteig im Frühjahr abgesenkt wird", sagt Mettbach, der nicht nachvollziehen kann, warum die Arbeiten nicht parallel ausgeführt werden. "Warum macht man nicht alles auf einmal, und wir müssen weniger zahlen", sagt er.

Der Plan sah vor, aus der Einbahnstraße zwischen An der Schützenwiese und Egilweg mit Tempo 30 einen verkehrsberuhigten Bereich zu machen und die alte Beleuchtung durch eine neue zu ersetzen. Im Frühjahr 2015 war das, als die Pläne den Stadtteilpolitikern zum Beschluss vorgelegt wurden. Die Stadtwerke rechneten damals mit einer Fertigstellung der Leitungssanierung bis zum vierten Quartal 2015. Seitdem ist viel Zeit vergangen, unter anderem auch, weil die Verwaltung aufgefordert wurde, die betroffenen Anwohner zu informieren. Das ist passiert, und nicht alle Anwohner des Sebastianswegs waren einverstanden mit der Sanierung. Weil eben erhebliche Kosten auf sie zukommen sollten.

Im März 2017 stellte die CDU-Fraktion dann eine Anfrage an die Verwaltung, wann mit einem Baubeginn zu rechnen sei, der auf das dritte Quartal 2017 verlegt wurde. Wenige Wochen später kam die Korrektur, "dass die Umsetzung der Maßnahme während der vorläufigen Haushaltsführung noch nicht beauftragt werden konnte". Was bedeutet, dass es keine realistischen Angebote gegeben hat auf die Ausschreibung der Stadt, die jetzt noch einmal die Sanierung ausschreiben muss.

Für Peter Frymuth, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle 8., sind die aktuellen Arbeiten eine kleine Maßnahme. Der Aufwand, den Bereich abzusperren bis zum Frühjahr, sei nicht verhältnismäßig. "Und das würden die Anwohner auch nicht verstehen", sagt er. Zudem würden die Absperrung und die Kontrollen zusätzliches Geld kosten. Weil die Stadt für die Sanierung der Fahrbahn zuständig ist und die Stadtwerke für die Gaslaternen - es also unterschiedliche Verantwortliche gibt - müssten die Arbeiten nicht zwangsläufig parallel ausgeführt werden, so Frymuth.

Nachvollziehbar. Dass ein fünfstelliger Betrag Anwohner wie Josef Mettbach schmerzt, aber mindestens genauso. Auch wenn er die Spielstraßenregelung befürwortet. "Wir bekommen eine kleine Rente", sagt der 66-Jährige, eine tolle Reise hätten er und seine Frau machen können von dem Geld.

Quelle: RP
 
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