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Lörick
Bürger kritisieren Öffnungszeiten

Lörick. Das Freibad Lörick ist nur bei schönem Wetter ganztags geöffnet. Von Heide-Ines Willner

Sie hatten die Badetaschen gepackt und machten sich mittags bei schönsten Wetter mit Mann und Maus auf den Weg ins Löricker Strandbad. Dort schlug schnell die Vorfreude in Ärger um, weil sie wegen der ungünstigen Wetterprognose abgewiesen wurden. Um 12 Uhr wurde das Bad geschlossen, weil ein Gewitter vorhergesagt war. Auch die, die zu der Zeit noch fröhlich im Wasser planschten, wurden um 11.45 Uhr aus dem Becken gescheucht. "Das war eine Fehlentscheidung", gibt Carina Jakobi vom Bädermarketing zu. "Aber das Gewitter war für den Nachmittag angekündigt worden, auch wenn es dann erst am Abend kam."

Die Entscheidung war bereits Tage zuvor gefallen. Die Bädergesellschaft könne nicht schnell auf den Wetterwechsel reagieren, weil neben dem festangestelltem Badpersonal auch 20 Saisonkräfte beschäftigt werden. "Wir bemühen uns aber, bei schönem Wetter flexibler zu reagieren", verspricht sie.

Die "wetterbedingten" Öffnungszeiten lösen nicht nur wegen dieses Vorfalls Protest aus. Badegäste wie Inge Kallenborn fragen sich, warum sie nötig sind. "Es kann sich doch nur um eine Kostenersparnis zulasten der Bürger handeln", mutmaßt sie. Das bestreitet Carina Jakobi auch nicht. "Der Bäderbetrieb ist defizitär. Wir müssen an den Personalkosten für die Saisonmitarbeiter sparen." "Wie peinlich für eine Sportstadt wie Düsseldorf", so die Oberkasselerin. Eine Schwimmerin aus Bilk ergänzt. "Ich würde sogar mehr als 4,60 Euro zahlen, um das Löricker Bad besuchen zu können."

Inzwischen häufen sich die Beschwerden von Badelustigen, die die Praxis der Bädergesellschaft verurteilen. Die sieht so aus: Die Wettervorhersagen werden studiert und dann die Öffnungszeiten für die nächsten drei Tage festgelegt. Eine Info-Tafel am Parkplatz gibt darüber Aufschluss: Der abgebildete volle gelbe Kreis signalisiert die ganztägige Öffnung, der blaue Halbkreis darunter die eingeschränkten Zeiten, entweder von 6 bis 10 (bei schlechter Wetterlage) oder bis 12 Uhr, wenn der Wetterbericht erst für den Nachmittag trübe Aussichten signalisiert hat. Wer nicht vor der verschlossenen Pforte stehen will, sollte sich vorher telefonisch oder im Internet schlaumachen.

Spätschwimmer hoffen allerdings vergeblich darauf, dass das Bad abends, wie früher, bis 21 Uhr offenbleibt. Jetzt schließt es, egal wie das Wetter ist, um 20 Uhr. Uta Palmer: "Viele wollen nach Büroschluss gern noch schwimmen, doch dafür ist nun die Zeit zu knapp."

Quelle: RP
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