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Lörick
Bürger wollen bei U81 mitreden

Lörick. Die Mehrheit der Menschen im Linksrheinischen hat noch kein abschließendes Urteil über den Brückenschlag und die U81. Klar ist: Die Bürger wollen mehr wissen und beteiligt werden. Von Torsten Thisssen und Heide-Ines Willner

Normalerweise mag der Mensch ja keine Veränderungen, und so wundert es nicht, dass auch zur Mobilen Redaktion der Rheinischen Post gestern in Lörick eine gewisse Skepsis unter den Bürgern herrschte. Brauchen wir die U81 wirklich? Welche Vorteile bringt sie dem Stadtteil und vor allem, braucht es wirklich eine Brücke über den Rhein oder wäre nicht eine Untertunnelung sinnvoller? Dies alles waren Fragen, die sich die Bürger am Stand der RP stellten.

Klar wurde im Laufe der Diskussion allerdings: Eine konkrete Meinung hat die Mehrheit der Menschen im Linksrheinischen noch nicht zu dem Großprojekt. Die Löricker zumindest sind aufgeschlossen. Man tastete sich vorsichtig an den Gedanken heran und wundert sich ein wenig ob vergangener Chancen. "Man hätte die Bahn doch problemlos in die Flughafenbrücke (A 44) integrieren können", sagte etwa Hans Dietmann. Dann stünde man nun nicht davor, ein wertvolles Erholungsgebiet für die Bevölkerung zu zerstören. Denn das tue die Brücke letztlich, so der Löricker, der sich durchaus einen Tunnel vorstellen kann. "Auch, wenn es teuer wird, das wäre wenigstens konsequent." Eine Ansicht, die auch von Daniel Jung geteilt wurde. "Wenn es sich denn bei der U81 tatsächlich um so ein immens wichtiges Verkehrsprojekt handelt, dann muss man eben das dafür notwendige Geld in die Hand nehmen", sagte der Löricker, der aber sein Mehrgenerationenhaus in unmittelbare Nachbarschaft der geplanten Brücke auf Meerbuscher Gebiet gebaut hat. Was die Menschen in Meerbusch und Lörick sich wünschen, glaubt er zu wissen. "Wir wollen gefragt werden und das Gefühl haben, dass noch nicht alles entschieden ist, bevor wir unsere Meinung geäußert haben." Vielen ginge es so. Sie warten erst einmal ab, ob denn die Vorstellungen der Planer sich mit ihren Bedürfnissen vereinbaren lassen. "Wenn mir das alles logisch und notwendig erscheint, stehe ich einer Brücke nicht im Weg - auch wenn sie unser Leben beeinträchtigt", sagte Jung.

Eine Sicht, die den Bezirksbürgermeister Rolf Tups jedenfalls freuen dürfte. Er befürwortet einen Bau der Brücke und der U81 in seinem Stadtbezirk. "Man muss das langfristig sehen. Tausende Menschen ziehen in den nächsten Jahren hierher und wir müssen den Verkehr eindämmen. Das wird uns nur gelingen, wenn wir die öffentlichen Verkehrsmittel stärken."

"Die linksrheinischen Stadtteile haben überhaupt nichts von dieser Linie", sagte hingegen Elisabeth Seidenberg vom Bürgerverein Lörick. Letztlich nutze die Verbindung nur den Menschen in Neuss. Außerdem sei die Anbindung an den Flughafen über den Hauptbahnhof doch gut. "Am Schlimmsten an dieser Planung ist allerdings die Zerstörung der Rheinwiesen", sagte sie und bekam viel zustimmendes Gemurmel.

Sorge um die Kleingärten "Löricker Wäldchen" machen sich Ursula Stender, Monika Boldt und Gerd Voss. "Die Bahntrasse würde direkt an unsere Gärten stoßen." Maria Jung und Gisela Klinkhammer fürchten gar um ihre Häuser, die auf Meerbuscher Gebiet direkt an der Grenze zu Lörick liegen. "Die Bahnen würden an unseren Türen vorbeirauschen." Tups beruhigt: "Es ist noch nichts entschieden. Wir sind in der Planungsphase." Es gebe noch viele Möglichkeiten, sich in Gestaltung und Streckenführung einzubringen. Die Bürger werden ihn beim Wort nehmen.

Quelle: RP
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