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Lörick
Der Chef auf dem Löricker Festplatz

Lörick: Der Chef auf dem Löricker Festplatz
Heiner Honert ist traditionell eng mit dem Schützenfest verbunden: "Die Leitungen fürs Wasser hatte zum Beispiel schon mein Vater gelegt." FOTO: Bauer
Lörick. Heiner Honert sorgt unter anderem dafür, dass es keine Attraktion doppelt gibt. Von Monika Götz

Am späten Montagabend gehen im Zelt auf dem Löricker Festplatz die Lichter aus und geben damit das Signal, dass das Fest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lörick zu Ende ist. Heiner Honert aber zieht noch keinen Schlussstrich. Der 1. Platzwart muss sich in den kommenden Tagen um den Rückbau der auf dem Festplatz zum Vergnügen der Schützen und Besucher aufgebauten Buden, des Karussells oder Ähnlichem kümmern. Ab und zu legt er selbst Hand an. Schließlich liegt die Verantwortung für einen störungsfreien Ablauf auch aller technischen Belange beim Platzwart.

"Bisher hat das Fest den Schützen und allen, die mitgefeiert haben, viel Freude gemacht. Der Bürger- und Heimatabend am Freitag war, grandios. Auch das Wetter spielt mit und wir können ohne Zwischenfälle fröhlich feiern", fasst Heiner Honert den Verlauf des Schützenfestes zusammen. Als heute 50-Jähriger, der schon im Alter von drei Jahren von seinem schützenbegeisterten Vater Ferdi - 1979 und 2004 Regimentskönig - ins Geschehen mitgenommen wurde, ist er eng mit dem Brauchtum verwachsen: "Seit wann ich genau dabei bin, weiß niemand mehr." Und auch an das Jahr, in dem er als Mitglied der Schiessgesellschaft 1912 begann, die Aufgaben eines 1. Platzmeisters zu übernehmen, kann er nicht genau nennen: "Das ist in Fleisch und Blut übergegangen. Die Leitungen fürs Wasser zum Beispiel hat schon mein Vater gelegt."

Er und sein Sohn wohnen jeweils mit ihren Familien in unmittelbarer Nähe des Festplatzes. "Die Leitungen fürs Wasser vom Hydranten und auch die Stromkabel laufen durch unseren Vorgarten", erzählt Honert. Um sich um alles kümmern zu können, nimmt der Gas- und Wasserinstallateur eine Woche Urlaub. Denn bei ihm liegt auch die Aufgabe, Verträge mit den Schaustellern auszuhandeln: "Das wird immer schwieriger, weil vor allem Schausteller-Familien, die Fahrgeschäfte betreiben, wegen stetig steigender Kosten aufgeben müssen." Und zwei identische Vergnügungsbuden oder Karussells darf es auf dem Festplatz nicht geben: "Andererseits muss für Kinder und Erwachsene etwas dabei sein." Zu viel kosten darf es auch nicht. Schließlich ist die Summe, die als Platzmiete an die Bäderverwaltung zu entrichten ist, nicht unerheblich und Strom, Wasser, Müllentsorgung und so weiter verursachen ebenfalls Kosten. Aber wenn sich vor Beginn des Schützenfestes Heiner Honert und der 2. Platzwart Thomas Koehler mit den Schaustellern zum Grillen zusammensetzen, übernehmen sie die Kosten selbst.

An einem solchen Abend mit lockeren Gesprächen hoffen alle Beteiligten, dass das Schützenfest ohne Zwischenfälle über die Bühne geht. An größere Probleme kann sich Heiner Honert nicht erinnern. Allerdings wurden die Feiernden vor zirka fünf Jahren von einem heftigen Starkregen überrascht. Innerhalb von Minuten stand das Wasser gut 20 Zentimeter hoch. Schützen und Besucher konnten nur mit hochgekrempelten Hosen durchwaten. "Ich war erleichtert, als alle heil rausgekommen waren. Schließlich liegen dort auch die Stromleitungen und es hätte Schlimmes passieren können."

Quelle: RP
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