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Lörick
Diskussion um Flüchtlinge beim Bürgerverein Lörick

Lörick. Kritik gab es etwa an der Informationspolitik. Ein Willkommensfest soll geplant werden.

Normalerweise ist eine Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Lörick nicht so gut besucht. Der Gemeindesaal der Philippus-Kirche war jedoch nun voll besetzt, das Publikum gemischt. Schließlich ging es bei der diesjährigen Versammlung nicht nur um die traditionelle Entlastung der Kassenprüfer und des Vorstands oder um die Vorstellung aller abgeschlossenen Projekte im Vorjahr. Ein Punkt, der allen Anwesenden unter den Nägeln brannte, waren weitere Informationen und ein Austausch zur geplanten Flüchtlingsunterkunft auf der Oberlöricker Straße.

Doch die Tagesordnung sah vor, dass zunächst die Vereinsthemen geklärt wurden. Zur neuen Kassenprüferin wurde deshalb Brigitte Thiel ohne Gegenstimme gewählt. Auch der Vorstand wurde entlastet: Die Arbeit von Elke Beuse und Peter Schmidt fand ebenfalls keine Kritik. Beide Beisitzer wurden wiedergewählt. Zu den Haupttätigkeitsbereichen des Vereins gehört vor allem die finanzielle Unterstützung eines Heimatabends der Löricker Schützenbruderschaft, das Herbstkonzert im Haus Lörick sowie die komplette Ausrichtung des traditionellen St. Martinszuges durch den Stadtteil. Auch wenn das Herbstkonzert in diesem Jahr nicht stattfindet, sind die Aufgaben für das kommende Geschäftsjahr gleichgeblieben.

Kaum hatte Moderator und erster Vorsitzender Horst Seidenberg dann jedoch die Überleitung zum Thema Flüchtlingsunterkunft gefunden, nahm der Lärmpegel im Gemeindesaal zu. Mangelnde Transparenz sei das Hauptproblem. Niemand könne den Anwohnern eine genaue Anzahl an aufzunehmenden Menschen nennen. Auch die Information über die Zahl der bereitstehenden Betreuer gerade für minderjährige Flüchtlinge sei, je nach Quelle, unterschiedlich. Zwar hätte die Stadt schon zwei Informationsabende veranstaltet, doch auch dort wären keine genauen Informationen veröffentlicht worden, mahnten engagierte Anwohner an.

Auch ein erneutes Gesprächsangebot der Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch in der kommenden Woche stieß nicht bei allen Zuhörern auf Gegenliebe. Schließlich wolle die breite Masse aus Lörick informiert werden, nicht nur wenige Bürger in Einzelgesprächen. Doch neben der Kritik waren sich alle Anwesenden einig: Wer als Geflüchteter nach Lörick kommt, dem wird auch geholfen. Einige Bürger planen sogar ein großes Willkommensfest in Lörick.

(ksb)
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