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Lörick
Ehrenamtliche warten auf Flüchtlinge

Lörick. Düsseldorfs Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch und Birgit Lilienbecker, Amt für Gebäudemanagement, informierten über die künftige Flüchtlingsunterkunft an der Oberlöricker Straße. Das Engagement der Freiwilligen ist ungebrochen. Von Heide-Ines Willner

Alles war vorbereitet, ein Welcome-Point mit Kleiderkammer eingerichtet, Begrüßungsfeiern terminiert und Ehrenamtliche waren schon auf dem Sprung, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, die im vergangenen Sommer im Linksrheinischen ankommen sollten. Ihre Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn immer wieder wurde der Bau des geplanten Flüchtlingsquartiers an der Oberlöricker Straße verschoben. Trotzdem ist das Interesse, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge zu engagieren ungebremst, wie sich bei einem Treffen in der fast voll besetzten Philippuskirche zeigte. Eingeladen hatten Düsseldorfs Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch und die Bezirksvertretung 4, um die Linksrheinischen, allen voran die Löricker, auf den neuesten Stand zu bringen. Nicht zuletzt auch, um die Ehrenamtlichen bei Laune zu halten, denn: "Weil hier nichts passiert, engagiere ich mich jetzt in Hassels", sagte eine Teilnehmerin.

Wo hakt es? Birgit Lilienbecker vom Amt für Gebäudemanagement: "Wir werden größer als vorgesehen bauen, damit nicht nur 200, sondern 400 Personen untergebracht werden können." Auch werden nicht Wohnmodule gebaut, sondern Unterkünfte in Holzrahmenbauweise, wie ein normales Haus. "Das ist einmalig für Flüchtlingsunterkünfte in Düsseldorf. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Zimmergrößen je nach Bedarf zu variieren." Ein Vorteil sei auch, die Häuser nach Auszug der Flüchtlinge weiterverwenden zu können.

Die künftige Siedlung an der Oberlöricker Straße erinnert mit ihrer Holzstruktur und Satteldach ein wenig an Oberbayern. Jedes Gebäude ist für 80 Personen gedacht. Es gibt Einzelzimmer mit zentraler Küche und Sanitärräumen und Familienappartements mit eigener Küche und Sanitärbereich (48 Plätze). Für 50 unbegleitete Minderjährige ist ein eigener Gebäudeteil vorgesehen. Darüber hinaus wird eine Kita mit separatem Eingang gebaut, nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für das gesamte Umfeld. Das "Dörfchen" wird umzäunt, der Zugang von einem Pförtner bewacht. Die soziale Betreuung übernimmt das Sozialwerk SKFM, das bereits unterschiedliche Arbeitsgruppen mit Ehrenamtlichen gebildet hat, wie "Sport- und Freizeit" oder "Begleitung zu den Ämtern", so dass den Flüchtlingen gleich nach ihrer Ankunft ein soziales Netz geboten werden kann.

Die Löricker sehen in dem unzureichenden Anschluss an den ÖPNV ein Problem. "Es gibt keine Einkaufsmöglichkeit in der Umgebung. Die Buslinie 833 fährt in großen Abständen und stellt auch an Sonn- und Feiertagen ihren Dienst früher ein." Außerdem sei die Oberlöricker Straße sehr verkehrsbelastet. Miriam Koch: "Wir sind in Gesprächen mit dem Amt für Verkehrsmanagement, um den ÖPNV zu verbessern." Es werde an einen Gehweg, Zebrastreifen oder Ampel gedacht, und Fahrräder stehen auch zur Verfügung. Sorge vor Kriminalität wurde ebenfalls laut. "Im benachbarten Alt-Lörick wird viel eingebrochen", sagte eine Frau, die befürchtet, dass 400 Personen zuviel für das kleine Lörick sein könnten. Nicht die Zahl sei das Problem, so Miriam Koch. Vielmehr gehe es um die Qualität der Betreuung. Grund für Cordula Gnoß-Manhillen (SKFM), den Ehrenamtlichen zu empfehlen, an den Basisschulungen zur Betreuung der Flüchtlinge, teilzunehmen. Die nächste bietet der SKFM, Ulmenstraße 64, am 14. Mai, 10-14 Uhr, an.

Quelle: RP
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