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Lörick
Ein Osterfeuer im zweiten Anlauf

Lörick. Nachdem das traditionelle Feuer der Löricker Schützen am Ostermontag wegen Sturm und Regen abgesagt werden musste, wurde es gestern nachgeholt. Von Julia Chladeck

Das Wetter war den Löricker Schützen am Ostermontag gar nicht wohl gesonnen: Sturm und Regen sorgten dafür, dass das traditionelle Osterfeuer abgesagt werden musste. Doch die Tradition einfach ausfallen zu lassen und bis zum nächsten Jahr zu warten, das kam für die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft nicht in Frage. Und so wurde das Feuer kurzerhand gestern auf dem Parkplatz des Löricker Freibades nachgeholt.

In Lörick fand das Osterfeuer damit bereits zum elften Mal statt - die Tradition reicht bis ins Mittelalter. Seinen Ursprung hat das Osterfeuer in der Liturgie der Katholischen Kirche: Eine jede Osternacht-Feier beginnt traditionell mit einem Osterfeuer, um das sich die Gemeinde versammelt. Daran wird dann die gesegnete Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Doch auch als Volksbrauch hat sich das Osterfeuer schon vor langer Zeit etabliert. Auf dem Land wetteifern viele Dörfer darum, wer das höchste und am weitesten sichtbare Osterfeuer zustande bringt - und oftmals auch darum, wer gleichzeitig die meisten Spendengelder für den guten Zweck einsammelt.

In beiden Traditionen sehen sich auch die Löricker Schützen. Linksrheinisch sind sie die Einzigen mit einem Osterfeuer und im Gegensatz zu Bilk, Garath oder Wersten findet das Löricker Feuer immer am Ostermontag statt. "Wir sind eine kirchliche Bruderschaft, deshalb war es uns wichtig, dass das Osterfeuer nicht wie bei anderen am Samstagabend parallel zur Osternacht läuft", erklärt Schützenchef Thomas Hummelsbeck. "Außerdem ist es nach den ganzen Tagen mit der Familie für viele eine willkommene Abwechslung, mal an die frische Luft zu kommen und ein paar Freunde und Nachbarn zu treffen", sagt er und lacht. Denn natürlich darf auch der gesellige Teil nicht fehlen: Zum Feuer gab es Kaffee und Kuchen, Champignons aus der Pfanne, Bratwurst, Stockbrote für die Kinder und das ein oder andere Getränk. Mit ihrem aus Holzresten und Sperrmüll aufgetürmten Konstrukt brachten die Löricker Schützen es auf knappe drei Meter.

Angefangen hat das Löricker Osterfeuer klein, mit einem Treffen von ein paar Eltern und deren Kindern. Mittlerweile kommen 500 bis 600 Leute - nicht nur Schützen, sondern viele Löricker und auch Leute von außerhalb. "Wir sind in der Hinsicht vielleicht ein bisschen anders als andere Schützenvereine", sagt Hummelsbeck. "Wir agieren nicht im Verborgenen, sondern veranstalten viel für die Leute vor Ort." Als Nächstes stehen so zum Beispiel der Tanz in den Mai und das traditionelle Dorffest im Sommer auf dem Programm und auch der Tannenbaum, der immer am ersten Advent bei einer Tasse Glühwein von den Schützen in Lörick aufgestellt wird, ist schon eingeplant. Kein Wunder, dass die Mitgliederzahl bei den Lörickern seit Jahren steigt.

Der gestrige Erlös kommt nun der Jugendarbeit der Löricker Schützen und den Pfadfindern zugute. "Wir wollen den Jugendlichen ermöglichen, ihr eigenes Programm aufzustellen und nicht immer vom Verein abhängig zu sein", sagt Thomas Hummelsbeck. Durch Aktionen wie das Osterfeuer sei sichergestellt, dass es bei Events und Fahrten allen ermöglicht werden kann, dabei zu sein.

Quelle: RP
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