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Lörick
Anwohner bedauern Verlust der Bäume

Lörick: Anwohner bedauern Verlust der Bäume
Ortstermin am Kirschbaumwäldchen: Die Anwohner haben sich am Wall der ehemaligen Radrennbahn versammelt und fordern die Stadt auf, nach der Rodung wieder neue Bäume zu pflanzen. FOTO: Bernd Schaller
Lörick. Das Kirschbaumwäldchen, das einst den Wall der ehemaligen Radrennbahn in Lörick säumte, hat seinen letzten Baum verloren. Die Stadt hatte nach Orkan "Ela" vorsorglich Exemplare gefällt. Anwohner protestieren und wollen Ersatz. Von Heide-Ines Willner

Das "Kirschbaumwäldchen" zwischen der gleichnamigen Straße und der Walther-Hensel-Straße gibt es nicht mehr. Orkan "Ela" hat die Kronen der Kirschbäume, die auf und am Wall der ehemaligen Radrennbahn standen, so beschädigt, dass sie vom Gartenamt aus Sicherheitsgründen gefällt wurden.

Die Anwohner sind vom Ergebnis entsetzt. "Nach den Rodungsarbeiten im vergangenen August bot die ehemalige Grünzone einen verheerenden Anblick", sagt Christa Ruland bei einem Ortstermin im Kreis von einem Dutzend Nachbarn, die ihr "Kirschbaumwäldchens" vermissen. "Eine Mondlandschaft, die nun teilweise durch wucherndes Unkraut um die Baumstümpfe herum verdeckt ist." Die Anwohnerin erklärt, warum sie und ihre Nachbarn erst ein Jahr nach "Ela" die Initiative ergreifen und sich über den Verlust des Kirschbaumwäldchens beklagen. "Wir haben erwartet, dass die Stadt die Fläche wieder aufforstet", lautet das einhellige Echo aus der Nachbarschaft.

"Wir wundern uns, dass auf der gerodeten Brachfläche nichts geschieht", sagt der Künstler Reinhard Omir, der an der Walther-Hensel-Straße ein Wohnatelier besitzt. "Zumal in der näheren Umgebung etliche Bäume neu gepflanzt wurden." Für die Nachbarn bedeute die Fällung dieses Wäldchens einen herben Verlust. Das bestätigt Helmut Holthoff: "Wegen der Bäume und des vielen Grüns haben wir uns vor 23 Jahren entschlossen, hier zu bauen." Die Nachbarn fragen sich, warum große, dem Anschein nach gesunde Bäume ohne Aufforstungskonzept gefällt worden seien. "Man hätte sie nur kappen müssen", sind sie überzeugt. "Wir wären auch bereit gewesen, für neue Bäume zu spenden oder Baumpatenschaften zu übernehmen", sagt Cornelia Wiehl. Einfach nur Fällen sei keine Lösung, ergänzt Andrea Kotzan von der benachbarten "Lebenshilfe". Außerhalb des Walles der ehemaligen Radrennbahn sei bisher nichts nachgepflanzt worden. "Auch nicht zwischen dem Haus der Lebenshilfe und dem Pflegeheim der Awo, die an den Wall grenzen."

Das Gartenamt macht den Anwohnern allerdings wenig Hoffnung auf neue Bäume. Auf Anfrage wird erklärt, dass an eine Aufforstung nicht gedacht sei. Zur Begründung heißt es, dass nicht alle Flächen rund um den Wall in städtischem Besitz seien. Darüber hinaus würden nur in Ausnahmefällen Obstbäume nachgepflanzt.

Die Anwohner fürchten nun, dass die Brachfläche zur "Schmuddelecke" werden könnte. "Sie wird bereits als Müllhalde missbraucht", sagt Omir. Deshalb sei eine Wiederaufforstung für das von der Stadt gerodete Kirschbaumwäldchen dringend erforderlich. Um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen, haben die Anwohner die linksrheinischen Bezirksvertreter eingeschaltet. Auf Antrag der Grünen wurde die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob das Kirschbaumwäldchen wieder hergestellt und in das Aufforstungsprogramm aufgenommen werden könnte.

Einige Anwohner haben bereits Erfahrung im Kampf um den Erhalt des Kirschbaumwäldchens. 1995 hatten sie eine Bürgerinitiative gegründet. Omir: "Wegen des geplanten Neubauviertels sollte damals eine Straße durch das Wäldchen gelegt werden." Ziel sei gewesen, die Walther-Hensel-Straße mit der späteren, parallel angelegten Straße "Am Kirchbaumwäldchen" zu verbinden - was verhindert wurde.

Quelle: RP
 
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