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Lörick
Löricker sehen Verkehrslage kritisch

Lörick. Die Flüchtlingsunterkunft in Lörick nimmt Formen an. Dagegen ist die Infrastruktur noch mangelhaft. Der einzige Ein- und Ausgang führt auf die verkehrsbelastete Oberlöricker Straße, ein Bürgersteig fehlt. Von Hans Onkelbach

Auf der Baustelle wird mit Hochdruck gearbeitet, täglich verändern die dort entstehenden Häuser ihre Optik, Holzverkleidung wird angebracht, Zufahrtswege werden geschottert - das Flüchtlingsheim an der Oberlöricker Straße in Lörick ist bald fertig. Aber nach Ansicht von Anwohnern ist die Planung und Umsetzung der kleinen Siedlung in einem entscheidenden Punkt mangelhaft: Sie berücksichtigt kaum die besonders kritische Verkehrslage an dieser Stelle. Denn das Areal wird nach seiner Fertigstellung komplett umzäunt und nur zur Oberlöricker Straße zu betreten oder zu verlassen sein. Die jedoch ist eine der am stärksten frequentierten Pendlerrouten aus linksrheinischen Städten wie Meerbusch und Krefeld Richtung Düsseldorf. Der Verkehr stadteinwärts ist dort morgens manchmal so dicht, dass Bewohner des alten Teils von Lörick kaum eine Chance haben, ihr Dorf zu verlassen, und dies daher am liebsten an der Kreuzung Robert-Hermes-/Oberlöricker-/Löricker Straße tun, wo eine Ampel den Verkehr regelt.

Wer kleine Kinder hat, die zur Grundschule Wickrather Straße müssen, der bringt sie morgens früh nicht nur bis zur Fußgängerampel in Höhe des Grevenbroicher Wegs, sondern geleitet sie auch hinüber - den Verkehrsfluss immer im Auge behaltend, weil die Ampel nicht selten übersehen wird, wenn sie für die Autos Rot zeigt und Fußgänger im vermeintlichen Gefühl der Sicherheit die Straße queren.

Die für Flüchtlinge gebaute Siedlung befindet sich in einem Bereich der Oberlöricker Straße, in dem es nur auf einer Straßenseite einen Gehweg gibt. Auf der Seite, an der die neue Siedlung liegt, gibt es keinen. Das heißt, von dort muss man erst die Straße überqueren (es gibt eine Fußgängerinsel), auf der anderen Seite beispielsweise Richtung Löricker Freibad zur Haltestelle gehen und dort, je nach Richtung, in die man will, nochmals die Straße überqueren. Unmöglich und viel zu gefährlich, finden die Nachbarn, die die Risiken kennen und nicht wollen, dass es dort zu Unfällen kommt. Vor allem Kinder seien gefährdet.

Die Lösungsvorschläge: Einen Bürgersteig bauen auf der Seite des Flüchtlingsheims, und einen zusätzlichen Eingang einrichten auf der anderen Seite des Camps. Den können die Bewohner nutzen und über den Eifgenweg Richtung Hansaallee und Grevenbroicher Weg zu Supermarkt, Bäcker oder Apotheke gehen. Den zweiten Eingang lehnen die Verantwortlichen bisher ab, weil der Aufwand, auch diesen überwachen zu müssen, zu hoch sei. Die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Miriam Koch, ist vom Löricker Bürgerverein und Anwohnern über das Problem informiert worden.

In wenigen Wochen sollen in die neuen Gebäude rund 400 Flüchtlinge einziehen. Die Siedlung f ist auf einem Grundstück der Stadt entstanden, auf dem vor rund 20 Jahren schon einmal eine ganze Reihe Behelfswohnungen gestanden haben. Damals bestanden sie allerdings aus Wohncontainern. Untergebracht waren dort in der Zeit der Maueröffnung Flüchtlinge aus der DDR, später nutzte man die Bauten dann für Menschen aus dem früheren Jugoslawien. Sie waren in den Kriegen der 1990er Jahre geflüchtet. Danach lag das Gelände brach.

Bei der Bewerbung Düsseldorfs für die Olympischen Spiele 2012, die 2002 auf den Weg gebracht worden war, hatte die Stadt das Areal als Grundstück für ein zu bauendes Olympisches Dorf ausgewiesen. Dagegen gab es damals heftigen Widerstand in Lörick.

Quelle: RP
 
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