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Lörick
Plan fürs Lörick-Karree wird vorgestellt

Lörick. Heute beschäftigen sich die linksrheinischen Bezirksvertreter mit der Revitalisierung des Löricker Einkaufszentrums. Nach dem Abriss der Altbauten entsteht ein neues Quartier mit Einzelhandel und Wohnungen. Von Heide-Ines Willner

Die Tristesse hat zugenommen. Denn nun parken auch Autos im Zentrum des Lörick-Karrees. Hausarzt, Apotheke, Blumen-, Secondhand-Laden und Reinigung halten als Bestandsmieter noch die Stellung, ebenso die Geschäfte im Erdgeschoss des benachbarten Hochhauses. Doch nun sind die Pläne zur Entwicklung des Lörick-Karrees als Nahversorgungsstandort so weit gediehen, dass sie heute Thema in der Bezirksvertretung 4 sind. Zu erwarten ist, dass alle mit dem Vorbescheid für den Bebauungsplan (B-Plan) und dem beschleunigten Verfahren einverstanden sind. Bezirksbürgermeister Rolf Tups: "Es ist eine gute Kombination von Einzelhandel und Wohnen." Er sei zuversichtlich, dass sich alles positiv weiter entwickle.

Nach Abriss der Altbauten wird das neue Lörick-Karree in zwei Bauabschnitten realisiert. "An der Stelle des ehemaligen Kaiser's-Supermarkt entsteht das sogenannte Haus Nord", sagt Projektleiterin Katrin Grumme (EGCP Projektentwicklungs- und Verwertungsgesellschaft). "Dort sollen die jetzigen Bestandsmieter einziehen." Auch eine Tagesgastronomie könnte dort eingerichtet werden. Im zweiten Bauabschnitt entstehe das neue Haus Süd. "Vorgesehen sind ein Supermarkt, weiteres Kleingewerbe und Dienstleistungen." In den oberen Geschossen seien 26 altersgerechte Wohnungen geplant", erläutert Katrin Grumme weiter. Neben einem Quartiersweg, der den Zugang zu allen Wohn- und Gewerbeeinheiten wie auch Praxen bilde, werde auch ein "Dorfplatz" im Konzept berücksichtigt. "Als Treffpunkt für den gesamten Löricker Stadtteil."

Die Erschließung des neuen Lörick-Karrees erfolgt über die Wickrather Straße. Jeweils im Norden und Süden der Straße sollen Parkplätze vorgehalten werden und in der Tiefgarage entstehen weitere 79 Stellplätze. Anders als im Siegermodell des Wettbewerbs vorgesehen, bekommt die Tiefgarage eine getrennte Ein- und Ausfahrt. Damit geht der Wunsch des Vorstandssprechers der Beamten-Wohnungsbaugenossenschaft, Stephan Grey, in Erfüllung. Er hatte Sicherheitsbedenken angemeldet, denn die Autofahrer sollten beim Verlassen der Tiefgarage nicht die hufeisenförmig angelegte Wickrather Straße, die außerdem ein Schulweg ist, komplett umfahren müssen. Künftig wird also die Einfahrt im Süden des Plangebiets angelegt, die Ausfahrt im Norden. Die Tiefgarage nutzen können sowohl die Kunden als auch die Bewohner des angrenzenden Hochhauses, denen 66 Stellplätze zur Verfügung stehen.

Grundlage des B-Plans ist das Siegermodell des Stuttgarter Architektenbüros "Haas Cool Zemmrich". 2014 hatte der neue Eigentümer des Lörick-Karrees, Andreas Eisele, einen Wettbewerb ausgeschrieben und zuvor die Wünsche der Löricker Bürger in einem Workshop abgefragt. Das heißt, sie wurden aufgerufen, mit Zeichnungen und Modellen ihre Vorstellungen für ein neues Zentrum zum Ausdruck zu bringen. Das geschah in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt.

Seit 2012, als der Supermarkt des kleinen Einkaufszentrums aufgegeben wurde, bemühen sich Bürger, Seniorenbeirat, das Leben im Alter Zentrum, der örtliche Bürgerverein wie auch die Stadtteilpolitik das Lörick-Karree wieder attraktiv zu machen. Doch alle Versuche schlugen fehl. Zuletzt hatten sich Seniorenbeirätin Gisela Theuringer und Peter Wienß, Chef der Oberkasseler Diakonie, dafür eingesetzt, dass einmal in der Woche ein Gemüsewagen anfährt.

Doch auch der kam wohl nicht an, denn nach Aussagen der Bestandsmieter wurde der Wagen schon lange nicht mehr gesehen. Nur der Fischwagen fährt noch regelmäßig das Lörick-Karree an.

Quelle: RP
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