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Interview mit Rolf Tups
Probleme mit Nachbargemeinden lösen

Interview mit Rolf Tups: Probleme mit Nachbargemeinden lösen
Bezirksbürgermeister Rolf Tups ist selbstständiger Unternehmer und ein erfahrener Politiker. Seit 30 Jahren ist er CDU-Mitglied der Bezirksvertretung 4, seit 1999 Vorsitzender und Düsseldorfer Ratsherr. FOTO: Andres Bretz
Düsseldorf. Die Bezirksvertretung 4 sucht mit Meerbusch und Neuss nach Wegen den Straßen- und Bahnverkehr besser zu regeln.

Kürzlich waren Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage , Vertreter der Düsseldorfer und Meerbuscher Verwaltung Ihre Gäste im Oberkasseler Rathaus. Worum ging es bei diesem interkommunalen Treffen?

Tups Wenn Städte näher zusammenrücken, sind wir gehalten, zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel beim Anschluss der Böhlerstraße an die A 52, die beide Gemeinden nicht nur tangiert, sondern von großem Interesse für beide Seiten ist, um den zunehmenden Verkehr möglichst schnell auf das übergeordnete Straßennetz zu lenken.

Wann rechnen Sie damit?

Tups. Ich bin zuversichtlich, dass der erste Spatenstich noch in diesem Jahr sein wird.

Der Ausbau zieht sich seit Jahren hin. Warum?

Tups In der Vergangenheit hätte die Verwaltung konstruktiver mit Neuss und Meerbusch zusammenarbeiten sollen. So wie wir es politisch immer gefordert haben. Wegen der langen Planungsphase haben sich die Kosten für den Anschluss verdoppelt und liegen jetzt bei 8,5 Millionen Euro.

Beim Anschluss an die A 52 besteht offensichtlich Einigkeit. Gilt das auch für den Ausbau der U81 auf linksrheinischem Gebiet?

Tups Im Prinzip ja. Meerbusch überlegt, die Bebauung im Anschluss an die Böhlerwerke etwas anders zu gestalten, als vorgesehen. Und zwar, auf die Bürobebauung zu verzichten und die Fläche zusätzlich mit Wohnungen zu bebauen.

Dagegen hat Düsseldorf sicher nichts einzuwenden. Doch gibt es Unklarheit wegen der U 81Trasse. Will Meerbusch sie immer noch von der Böhlerstraße in einem Abzweig um sein künftiges Wohngebiet herumführen?

Tups Sicher, die Idee ist noch nicht vom Tisch, weil Meerbusch die Neubaugebiete ja an den ÖPNV anschließen will. Die U 81 ist jedenfalls für beide Kommunen sehr wichtig, weil immer mehr ehemalige Gewerbe- in Wohngebiete umgewandelt werden, und deshalb über eine neue Verkehrs-Infrastruktur nachgedacht werden muss. Allein auf unserer Seite, dem ehemaligen Schiessgelände (Forum Oberkassel), werden 1000 neue Wohnungen gebaut.

Es ist aber kaum vorstellbar, wie die Trasse der U 81 angelegt werden soll. Wie ist denn der Verlauf?

Tups Sie wird vom Neusser Kaiser über die Burgunder- und Kevelaerer Straße bis zur Autobahnbrücke, Abfahrt Meerbusch, geführt und weiter bis zur Böhlerstraße Richtung Hansaallee.

Dort endet sie dann erstmal an der Gleisschleife. Was halten sie von einer Bahnbrücke über den Rhein?

Tups Eine Rheinquerung ausschließlich als Bahnverbindung würde helfen, uns mit Messe und Flughafen zu verbinden. Vor allem für die Bewohner vom linken Niederrhein wäre das wichtig. Es fehlt uns an Straßenbahnverbindungen. Land, Bund, Städte müssen sich über die Kosten Gedanken machen.

Ein Bahnverkehr aber bringt den Schwerlastverkehr zum Neusser Hafen nicht von der Straße. Was kann getan werden, um die Wohnbevölkerung beispielsweise am Handweiser zu entlasten?

Tups Ich sehe keine andere Möglichkeit, als eventuell den Handweiser beim Bau der U 81-Trasse zu verändern. Eine andere Option wäre eine zweite Abfahrt auf der A 52 zwischen Kaarster Kreuz und Abfahrt Meerbusch einzurichten, damit der Lkw-Verkehr, der übrigens Meerbusch ebenso zusetzt, um den Handweiser herum Richtung Neusser Hafen gelenkt werden kann. Mir ist klar, dass das in weiter Ferne liegt, aber man muss sich etwas einfallen lassen und auch schon mal quer denken, sonst bleibt nichts anderes übrig, als den Lkw-Verkehr drastisch einzuschränken. Letztlich auch wegen der künftigen EU-Schadstoffemissions-Regelungen.

Lkw belasten aber auch die Oberlöricker Straße, wie die Anwohner festgestellt haben. Warum ist das so?

Tups Es stimmt, besonders nachts ist auf der Oberlöricker Straße ein starker Lkw-Verkehr festzustellen. Die Fahrer suchen sich ausschließlich die günstigsten Routen, Schilder werden meist ignoriert. Bedauerlich ist, dass einst der Anschluss Wiesenstraße über die Heerdter Landstraße, etwa in Höhe der heutigen Autofirma, keine Mehrheit gefunden hat. Dann hätten wir jetzt weniger Probleme.

Welche Erkenntnis haben Sie durch das Treffen gewonnen?

Tups Wir haben die Probleme zwar erkannt, aber nicht gelöst. Wir sind uns einig, dass wir uns gegenseitig unterstützen müssen und regelmäßig treffen sollten. Das ist nicht neu, denn wir im linksrheinischen Düsseldorf pflegen schon längere Zeit auf unterschiedlichen Ebenen den Austausch mit Meerbusch und Neuss.

DAS INTERVIEW FÜHRTE HEIDE-INES WILLNER

Quelle: RP
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