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Lörick
Schützenjugend mit eigener Kompanie

Lörick: Schützenjugend mit eigener Kompanie
Das Regimentskönigspaar Felix Menke und Lucienne Dornbusch: Menke wird der erste Regimentskönig der 3. Jägerkompanie sein. FOTO: Anne Orthen
Lörick. Die Löricker St.-Sebastianus-Bruderschaft hat mit den 3. Jägern eine muntere Gesellschaft dazugewonnen. Vor drei Jahren gründete sich die Kompanie aus dem Hofstaat heraus. Von Heide-Ines Willner

Der "Hofstaat" ist ein Relikt aus alten feudalistischen Zeiten. Trotzdem ist er heutzutage nicht gänzlich aus dem gesellschaftlichen Leben verschwunden. Denn jeder Schützenkönig, jede Schützenkönigin sammelt Freunde und Bekannte um sich, die sie ständig begleiten - und deshalb als Hofstaat bezeichnet werden. Dass dieser sogar zur Brutstätte einer neuen Kompanie werden kann, haben junge Leute, das Durchschnittsalter liegt bei 32,8 Jahren, in Lörick bewiesen. Denn aus dem "Hofstaat" heraus gründeten sie vor drei Jahren die 3. Jägerkompanie der Löricker Schützenbruderschaft.

Es geschah während der Schützensaison 2013/14. Philipp Meseck und seine Corinna waren das Regimentskönigspaar und hatten ihren Freundeskreis als Hofstaat um sich geschart. "Wir hatten eine so schöne gemeinsame Zeit, dass wir nach dem Schützenfest nicht einfach so auseinandergehen wollten", sagt Max Menke, Schießmeister der jungen Kompanie. So keimte die Idee, eine eigene Kompanie aus dem Hofstaat zu bilden, wobei Exkönig Meseck einer von neun Gründungsmitgliedern wurde. Ein zünftiges (Jäger-)Wappen mit Wildschweinkopf und Hirschgeweih wurde kreiert und mit neun Punkten gekennzeichnet, die auf neun aktive Schützen hinweisen.

Die Uniform könnte mit schwarzer Hose und grauer Jacke als klassisch bezeichnet werden, wäre da nicht der schmale lila Streifen am Revers. Auf diesen kleinen Unterschied legen die Jungs besonderen Wert. "Wir finden die Farbe witzig, modern und sie soll auch ein Zeichen für frischen Wind im Schützenwesen sein", erklärt Menke. Damit ist dann auch geklärt, warum zum Beispiel die Niederdonker- und Ilvericher Straße mit lila/weißen statt rot/weißen Wimpeln geschmückt werden.

Wer jedoch am kommenden Wochenende bei den Umzügen in Lörick die 3. Jäger im Truppenaufmarsch vermisst, sollte auf die achten, die sich ganz nah beim Regimentskönigspaar Felix Menke und Lucienne Dornbusch befinden. Dort werden sie nämlich sein, die Jungs mit der Farbe Lila. Denn: "Unsere gesamte Kompanie bildet den Hofstaat", bemerkt Max Menke, der stolz auf seinen Bruder Felix ist, der als erster Regimentskönig der 3. Jägerkompanie in die Geschichte eingehen wird. Was die muntere Truppe auch noch einmalig macht, ist, dass es sich zum großen Teil um "Doppelschützen" handelt. Denn viele sind in anderen Schützenvereinen ebenfalls aktiv. "Felix gehört in Niederkassel zur St. Hubertuskompanie und ich zu den 3. Grenadieren", sagt Max Menke.

Warum sie sich den Löricker Schützen anschlossen, erklären sie so: "Es gefällt uns bei unseren Nachbarn. Wir mögen ihre Veranstaltungen wie Dorffest und Tanz in den Mai." Darüber hinaus wollen sie ihren Freundeskreis erweitern, neue Leute kennenlernen. "Wir bleiben aber Niederkassel treu", betonen Max und Felix Menke. Das ist auch glaubhaft, denn die Brüder stehen vorläufig am Ende einer langen Brauchtumskette ihrer Familie. "Uns wurde es in die Wiege gelegt." Ihr Urgroßvater, der Bäckermeister Hermann Menke, sei Schützenchef in Niederkassel gewesen. "Unser Vater Hermann war Präsident der Tonnengarde und mit meiner Mutter Sylvia Tonnenbauern- und Regimentskönigspaar. Und mein Onkel Reiner war Chef der Niederkasseler Schützen."

Max und Felix haben dann auch im "Dorf" von Kindesbeinen alles an Brauchtum selbst durchlaufen, wobei Felix die Nase vorn hat: vom Kindertonnenbauer zum 2. Hauptmann der Niederkasseler Hubertuskompanie, dann Kompaniekönig der 3. Jäger bis hinauf zum großen König des Löricker Regiments.

Quelle: RP
 
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