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Düsseldorf
Reiterinnen bereichern Bruderschaft

Düsseldorf: Reiterinnen bereichern Bruderschaft
Sind auch Gründungsmitglieder des Amazonencorps (v.l.): Susanne Baum, Sabine Audi und Michaela Ostgathe. FOTO: Privat
Lohausen. 2002 wurde das Lohauser Amazonencorps gegründet. Viele Mitglieder arbeiten in der Bruderschaft mit und bilden eine starke Gemeinschaft. Von Julia Brabeck

Beim großen Schützenumzug der Lohausener Bruderschaft am Sonntag wird das Amazonencorps wieder ein richtiger Hingucker sein, denn die Mitglieder ziehen hoch zu Pferde durch die Straßen. "Wir gehören dazu und sind inzwischen in der Bruderschaft auch voll anerkannt", sagt die Vorsitzende Susanne Baum. Und das ist kein Wunder, denn sechs der elf aktiven Mitglieder der noch jungen, im Jahr 2002 gegründete Kompanie, sind in der Bruderschaft aktiv tätig. "Wir wollen mitarbeiten und mitgestalten", sagt Baum.

Wer bei den Amazonen mitmachen möchte, muss nicht reiten können. "Aber die Bereitschaft das zu erlernen, sollte vorhanden sein", sagt die Vorsitzende. Unterricht erteilen die Amazonen aber nicht, sondern diesen muss sich jeder nach Bedarf selber organisieren. "Einmal im Monat treffen wir uns aber zu einer Gruppenreitstunde auf dem Gut Neuhaus in Grevenbroich. Das stärkt den Zusammenhalt und gleichzeitig kann ich sehen, wer fit genug ist, um bei einem Umzug mitzureiten." Wer noch nicht sicher genug ist, soll trotzdem teilnehmen und die Reiter zu Fuß begleiten.

Obwohl Lohausen wie kaum ein anderer Stadtteil in Düsseldorf vom Pferdesport geprägt ist, hier über 200 Pferde leben, sitzen die Amazonen beim Umzug auf geliehenen Friesen-Pferden von Gut Neuhaus. "Das sind sehr erfahrenen Tiere, die sich selbst durch den Flugverkehr über Lohausen nicht aus der Ruhe bringen lassen." Die Jungtiere werden anfangs trainiert, sich nicht von lauter Musik und irritierenden Gegenständen wie wehende Fahnen aus der Ruhe bringen zu lassen. "Wenn die das einmal verstanden haben, ist das nicht weiter nötig, zumal sie laufend an Umzügen, Hochzeiten usw. teilnehmen", sagt Friedhelm Tillmann vom Gut Neuhaus. Spitzentiere wirken so bei bis zu 50 Veranstaltungen im Jahr mit.

Wie sportlich diese Tiere aber auch sein können, können die Zuschauer nach dem Festumzug am Sonntag hinter dem Festzelt beobachten. Dann belebt das Amazonencorps das beliebte Ringstechen wieder neu. Die Reiter müssen dann versuchen, im Galopp mit einem Spieß Ringe mit wenigen Zentimetern Durchmessern aufzugabeln. "Das ist ein bei Reitern beliebter Wettkampf und ein spannender Spaß, an dem auch das Lohauser Reitercorps und Mitglieder der Gesellschaft Wilhelm-Marx teilnehmen werden", sagt Baum.

Auf diese Art ermittelt das Amazonencorps auch immer Anfang September auf der Reitanlage Bergerhof die eigene Kompaniekönigin, die dann im Oktober gekrönt wird. "Wir sind alle irgendwie untereinander befreundet, aber neue Mitglieder sind bei uns willkommen", sagt die Vorsitzende. Diese können zunächst ein Jahr lang probeweise an allen Aktivitäten teilnehmen, bevor sie sich zu einer Mitgliedschaft entscheiden. "Wer Spaß am Schützenwesen, am Brauchtum, einer guten Gemeinschaft, am Reiten und Feiern hat, der ist bei uns richtig aufgehoben", sagt Baum. Sie selber hätte bei der Gründung der Gesellschaft nicht gedacht, wie gut es ihr bei den Schützen gefallen würde. "Aber wir sind wie eine große Familie und ich habe durch die Schützen sehr viele andere nette Menschen kennen gelernt."

Quelle: RP
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