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Ludenberg
Der Fußball überwindet viele Sprachbarrieren

Ludenberg. Der Fußball verbindet - über Grenzen, Nationalitäten und Sprachbarrieren hinweg. Der Ausspruch mag abgedroschen klingen, er hat aber nicht an Aktualität verloren. Und das hat hier nicht einmal etwas mit der bevorstehenden EM zu tun. Vielmehr geht es um ein Paradebeispiel, mit wie wenig Integration gelingen kann. Direkt vor unserer Haustür. Von Marc Ingel

Die Bürgerhilfe Gerresheim hat dem inzwischen aufgelösten Fußballverein 1. FC Knittkuhl die Restbestände an Trainingsanzügen abgekauft und diese den 30 Kindern geschenkt, die aktuell in der Flüchtlingsunterkunft an der Blanckertzstraße leben. Kaum waren die kleinen Kicker aus Syrien, Iran oder Irak in die einheitsstiftende schwarz-gelbe Kluft geschlüpft, hatte der Stadtsportbund zwei Tore aufgestellt und einen Ball hinzugegeben, gab es kein Halten mehr.

Was auffällt: Die Kinder kommen trotz unterschiedlicher Sprache und Herkunft nicht nur untereinander gut klar, sie sprechen - obwohl noch im Kindergartenalter - sogar schon erstaunlich viele Brocken Deutsch. Ein höfliches "Vielen Dank" geht ebenso problemlos über die Lippen wie ein freundliches "Guten Tag". "Das funktioniert ziemlich schnell, die Kinder besuchen ja nach Möglichkeit auch Einrichtungen und Schulen in der Umgebung", erklärt Marie Radtke, die für die Awo die Betreuung vor Ort übernimmt. Erwachsene würden sich da erheblich schwerer tun, sagt Ehrenamtskoordinatorin Helga Mannsfeld. Auch bei der Übergabe der Trainingsanzüge hielten sich die älteren Flüchtlinge augenfällig im Hintergrund. Erst als der Ball im Spiel war, konnten sich viele Männer dann doch nicht mehr zurückhalten.

An der EM seien die Bewohner durchaus interessiert, weiß Mannsfeld: "Viele haben sich schon erkundigt, wo sie in Gerresheim oder anderswo Fußball gucken könnten." Gut möglich, dass sich dann auch Deutsche und Flüchtlinge über den Fußball und trotz Sprachbarrieren näherkommen.

Quelle: RP
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