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Ludenberg
Streit um Forsthaus wird zur Farce

Ludenberg: Streit um Forsthaus wird zur Farce
Das Forsthaus Trotzhof an der Ludenberger Straße ist Stein des Anstoßes. FOTO: Marc Ingel
Ludenberg. Stadt spricht plötzlich doch von "beabsichtigtem Verkauf" des Grundstücks an der Rennbahnstraße. Von Marc Ingel

Mit Spannung wurde in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 7 ein Tagesordnungspunkt erwartet, der sich mit der Zukunft des Forsthauses Trotzhof an der Rennbahnstraße 15 beschäftigte. Doch das Thema wurde ohne weitere Diskussion auf die nächste Sitzung nach der Sommerpause vertagt. Den möglichen Grund dafür lieferte gestern die CDU, die eine Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage präsentierte, in der plötzlich doch von einem "beabsichtigten Verkauf" des Grundstücks, das sich in städtischem Besitz befindet, die Rede ist. Das hatte die Bauaufsicht im Vorfeld immer verneint.

Hintergrund ist ein Bauantrag aus einer vorherigen Sitzung, der für reichlich Verwirrung sorgte und vor allem die Mieter aufschreckte, die dort bereits seit 40 Jahren oder mehr wohnen. Das einst ausschließlich Forstarbeitern vorbehaltene Haus sollte demnach einer Nutzungsänderung, so die Bauaufsicht, "von Dienst- in regulärem Wohnraum" unterzogen werden. Außerdem sollte die Erweiterung von Wohnungen und die Nutzung der Remise als Garage nachträglich genehmigt werden. Dennoch blieben viele Fragen offen. Die Vermutung, die Stadt wolle Haus und Grundstück veräußern, wurde nicht nur von den langjährigen Mietern Ursula und Jochen Tesche offen geäußert.

CDU-Fraktionschef Rainer Klöpper berichtet nun, es hätte im Anschluss "klärende Gespräche mit sachkundigen Verwaltungsmitarbeitern" gegeben, in denen zwar eingeräumt worden sei, dass die Wohnungen im Landschaftsschutzgebiet in Folge der "Legalisierung" dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung stünden, ein Verkauf demnach auch mehr ausgeschlossen werden könne, konkrete Verkaufsabsichten gebe es aber nicht.

Das wiederum hörte sich in der Beantwortung einer Anfrage, die erst kurz vor der letzten BV-Sitzung eintrudelte, wieder ganz anders an: Demnach sei das Vermessungs- und Katasteramt bereits 2014 damit beauftragt worden, das städtische Grundstück Rennbahnstraße 15 wegen des beabsichtigten Verkaufs und für den Bauantrag parzellieren zu lassen. Mit der Immobilie solle inklusive der Remise eine Grundstücksfläche von insgesamt circa 4470 Quadratmetern veräußert werden. Immerhin: "Eine Kontaktaufnahme von eventuellen Kaufinteressenten gibt es aktuell nicht."

Die CDU glaubt nicht, dass als mögliche Käufer die jetzigen Mieter "einkalkuliert" worden seien, die zwar ein Vorkaufsrecht besitzen würden, aber auch in der Lage sein müssten, einen hohen Preis für ein Grundstück in bester Lage zu bezahlen. Und eine weitere Frage stelle sich: Wie viel Quadratmeter der parzellierten Fläche sind dem Grafenberger Wald entnommen worden? "Soll jetzt etwa der Grafenberger Wald Stück für Stück privatisiert, vielleicht später auch umzäunt werden, um Erholungssuchende auszusperren?", fragt sich Klöpper. Er spricht sich klar für den vollständigen Verbleib von Immobilie und Grundstück in städtischer Hand aus. Gegen eine Veräußerung hatten sich in der vergangenen BV-Sitzung auch alle anderen Fraktionen offen positioniert.

Mieterin Ursula Tesche wundert es nicht, dass die Stadt jetzt die Katze aus dem Sack lässt. "Wir wurden vor einigen Jahren auch schon mal aufgefordert, ein Angebot zu machen, das ist dann aber im Sande verlaufen", sagt sie. Dass die Stadt geschätzte 15 Jahre lang nichts an dem Haus gemacht hätte und es quasi verfallen lasse, spreche ebenfalls für die Intention, sich von Haus und Grundstück zu trennen.

Quelle: RP
 
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