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Mörsenbroich
169 Anwohner protestieren gegen "Fehlplanung"

Mörsenbroich. Nicht die von der Stadt vorgestellte Planung, das Neubaugebiet Reitzenstein abzubinden, um Schleichverkehre zu verhindern, war die richtige, sondern die von den Anwohnern beschriebene Alternative. Holger Odenthal, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, räumte jetzt ein, dass ihm falsche Unterlagen vorgelegen hätten, als er sagte, die Abpollerung solle an der Straße Zur Alten Kaserne so vorgenommen werden, dass die Bewohner der Anliegerstraße Zur Weide das Wohngebiet nur noch über die Ludwig-Beck-Straße hätten befahren oder verlassen können. Richtig sei vielmehr die Lösung, die Abbindung im Kreuzungsbereich von Zur Alten Kaserne/Zur Weide vorzunehmen. Von Marc Ingel

Das wiederum lässt Anwohnern wie "Abkürzern" die Möglichkeit, die dann abgepollerte Sackgasse über die Straße Zur Weide zu umfahren. Und genau dagegen wehren sich die Anwohner, denn die Straße sei dafür viel zu eng, nicht einmal zwei Autos könnten aneinander vorbeifahren, eines müsste immer auf den Bürgersteig ausweichen. Das sei bei den vielen Familien mit Kleinkindern, die an der Straße wohnen würden, ein unzumutbarer Zustand und komme einer kompletten Fehlplanung gleich. Zwar könnten die Autofahrer auch über die Lenaustraße das Gebiet erschließen, Richtung Innenstadt oder Autobahn sei das aber ein großer Umweg, den wohl eine Mehrheit scheuen würde. Odenthal erhielt jetzt ein Protestschreiben, das von 169 Anliegern unterschrieben wurde.

Im Vorfeld der Unterschriftensammlung gab es bereits Mailverkehr zwischen Igor Ilievski, dem Initiator der Aktion, und Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. Ilievski schildert seine Bedenken und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass die Verwaltung die Planung noch einmal überdenkt. Blome teilt die Befürchtung eines erhöhten Verkehrsaufkommens auf der Straße Zur Weide aufgrund einer Durchfahrtssperre nicht. Sie verweist unter anderem auf das erstellte Verkehrsgutachten, nach dem allenfalls prognostizierte 630 Autos pro Tag die Ludwig-Beck-Straße als Ein- oder Ausfahrt nutzen würden. Außerdem würden die genannten Einschränkungen (geringe Fahrbahnbreite, 30 km/h) abschreckend auf Autofahrer wirken.

Quelle: RP
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