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Mörsenbroich
Die Frau für das Ehrenamt

Mörsenbroich: Die Frau für das Ehrenamt
Ehrenamtskoordinatorin Anita Becker (Mitte) bespricht sich mit Helga Kuhna (l.) und Annemarie Huebbers. Im Januar hat sie diese Aufgabe übernommen. FOTO: Anne Orthen
Mörsenbroich. Rund 100 Menschen arbeiten regelmäßig ehrenamtlich in der Thomaskirche mit. Sie haben dort jetzt mit Anita Becker eine feste Ansprechpartnerin auch für neue Ideen. Von Julia Brabeck

Um auch weiterhin dauerhaft ein lebendiges Gemeindeleben erhalten zu können, sind die Kirchengemeinden immer stärker auf die Arbeit von Ehrenamtlern angewiesen. Um diesen einen guten Rahmen für ihre Arbeit zu bieten, neue Konzepte mit ihnen umsetzen zu können und geeignete neue ehrenamtliche Helfer zu finden, hat die Thomaskirche in Mörsenbroich eine hauptamtliche Ehrenamtskoordinatorin eingestellt.

Seit Januar ist Anita Becker die Ansprechpartnerin für die rund 100 Mitglieder der Gemeinde, die sich regelmäßig und zum Teil in mehreren Bereichen engagieren, und dient als Verbindung zwischen Ehren- und Hauptamtlichen.

"Mir ist die Gemeinde vertraut, denn ich bin selber hier seit zehn Jahren ehrenamtlich im Presbyterium tätig", sagt Becker. Um aber genau zu erfahren, wer für welchen Bereich zuständig ist, wie die einzelnen Gruppen und Gremien arbeiten, hat sie die ersten Wochen in ihrer Tätigkeit vor allen Dingen mit einer Bestandsaufnahme zugebracht. "Ich lege nun eine Datei an, in der wir die Mitarbeiter erfassen. Künftig kann ich so beispielsweise ganz einfach alle 60 Gemeindebrief-Austräger persönlich anschreiben," erzählt sie. Solche Dinge sind der 53-Jährigen wichtig, da diese mit zur Wertschätzung der Ehrenamtler gehören.

"Im Grunde genommen betreibe ich Personalmanagement", sagt Becker. Das liegt ihr, denn als Innenarchitektin in leitenden Positionen gehörte dies und strukturelles Arbeiten früher zu ihrem Beruf dazu. Außerdem hat sie auch noch ein Fernstudium im Bereich Mediation absolviert. Für ihre neue Aufgabe lässt sich Becker zudem regelmäßig coachen. Gleichzeitig achtet sie aber auch darauf, wo Ehrenamtlern eine Weiterbildung guttun würde. "Es gibt noch so viele Ideen in der Gemeinde, die lohnenswert sind, umgesetzt zu werden", sagt Anita Becker.

Um dafür neue Mitstreiter zu finden, erstellt sie konkrete Stellenausschreibungen, in denen der Zeitaufwand für das Ehrenamt, die Fähigkeiten, die dafür benötigt werden, und der Ansprechpartner genannt werden. Verbreitet werden diese Gesuche über den Gemeindebrief, per Aushang und der MachMit-Freiwilligen Zentrale der Diakone. Aber auch wenn ein langjähriger Helfer sein Amt niederlegt, sorgt die Koordinatorin für eine offizielle Verabschiedung und sagt im Namen der Gemeinde Danke.

Ein Ziel von Anita Becker ist es auch noch, die bestehenden Gruppen der Gemeinde zu vernetzen. "Wir haben beispielsweise die Konfirmanden gefragt, ob sie unseren Senioren beim Umgang mit dem Computer und dem Internet helfen können." Zudem möchte die Mörsenbroicherin Ideen von Gemeindemitgliedern aufgreifen, prüfen, ob ein wirklicher Bedarf dafür besteht und gegebenenfalls Konzepte für eine Umsetzung entwickeln. "Senioren haben beispielsweise angemerkt, dass der Sonntag für sie ein besonders langweiliger Tag ist, da alles geschlossen ist und es an diesem Tag keine Angebote für sie gibt. Solche Anregungen sollte man prüfen."

Anita Becker könnte sich auch vorstellen, eine Zukunftswerkstatt für die gesamte Gemeinde anzubieten. "Dort könnten dann gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie wir noch näher an den Menschen arbeiten können."

Quelle: RP
 
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