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Mörsenbroich
DJK Agon - Ein Vorbild für andere

Mörsenbroich: DJK Agon - Ein Vorbild für andere
Stolz sind auf die Auszeichnung "Integration durch Sport" für den Verein DJK Agon 08: Sara Pagano, Manfred Novacek und Peter Schwabe (v.l.) FOTO: hans-jürgen bauer
Mörsenbroich. Der Verein leistet seit 20 Jahren Integrationsarbeit. Jetzt wurde er für das Engagement mit 5000 Euro belohnt. Von Tino Hermanns

Sie wollen nur spielen. Am liebsten Fußball. Am besten wie Ronaldo, Neymar, David Villa oder Ruud van Nistelrooy. Diese Namen stehen jedenfalls auf einigen der Trikots, die die vier- bis elfjährigen Kicker tragen. Es ist aber auch viel rot zu sehen und das Heimatbekenntnis mit dem Schriftzug "Fortuna". Es sind eindeutig Fußball-Fans versammelt. Und die wimmeln wie in einem Bienenkorb durcheinander.

Dabei ist es völlig egal, welche Hautfarbe sie haben und aus welchem Land sie kommen. Bei dem kostenlosen Kinder-Fußballprojekt "Sport statt Straße" wird, wie es im Sport selbstverständlich ist, nicht nach Migrationshintergrund oder Glaubensbekenntnis gefragt. Die Sommerferienaktion bei der DJK Agon 08 ist nur eine von vielen Projekten, die der Sportverein in Mörsenbroich zur Integration von Flüchtlingen bestreitet. "Wir machen Integrationsarbeit seit 20 Jahren, besonders intensiv seit 13 Jahren. Da haben wir mit dem Projekt Sport statt Straße begonnen", erläutert Agon-Vorsitzender Manfred Novacek. "Im Zuge der Flüchtlingskrise haben wir unser Engagement noch mal ausgebaut."

Für die ehrenamtliche Unterstützung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Menschen mit Migrationshintergrund wird Agon vom Stadtsportbund (SSB), dem Landessportbund (LSB) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) unterstützt. Jetzt erhielt die DJK aus den Händen des SSB-Präsidenten Peter Schwabe die Zertifizierungsurkunde als Stützpunktverein im Bereich "Integration durch Sport", verbunden mit einer Förderung von 5000 Euro aus einem Förderprogramm des LSB. "Wir haben uns auf Anraten des SSB für diese Förderung beworben und freuen uns riesig, dabei zu sein", so Novacek.

Die Anerkennung als Stützpunktverein ist mehr als verdient, denn neben Sport statt Straße betreuen Agon-Mitglieder auch noch das Projekt "Hilfe für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Düsseldorf" und den "Kickwinkel". In der Hilfe für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge bietet der Verein zweimal pro Woche Fußball-Training für junge Flüchtlinge an, stellt Kleidung und ein neutrales Umfeld durch den Sport, dessen Inhalte und Regeln international bekannt sind. Außerdem ermöglicht der Sport einen einfachen Einstieg in die Sprache, wo sonst lernt man eine Fremdsprache als im Alltag. Außerdem lernen die neuen Mitspieler Regeln und Normen im sozialen Umgang miteinander kennen. Dem "Kickwinkel", einem Fußballprojekt zur Integrationshilfe alleinreisender Jugendlicher im Alter von 13 bis 17 Jahren der Düsseldorfer Jonges, bietet der Verein eine Heimat. Die DJK stellt seine Platzanlage und Trainer zur Verfügung.

Zudem hat der Verein mehrere Mitgliedschaften für "Härtefälle" übernommen. "Wenn jemand den Mitgliedsbeitrag nicht bezahlen kann, versuchen wir einen Paten zu finden, der bezahlt oder über das Bildungs- und Teilhabepaket des Landes NRW die Mitgliedschaft zu finanzieren. Wenn das alles nicht funktioniert, übernimmt der Verein die Kosten. Dafür haben wir 20 Plätze", erzählt Manfred Novacek. "Wir stehen auch im ständigen Austausch mit der Flüchtlingsunterkunft am nördlichen Zubringer. Wir sind eben ein Stadtteilverein, der stadtteilbezogen intensiv als auch sozial arbeitet."

Quelle: RP
 
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