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Mörsenbroich
Eine Straße im ständigen Wandel

Mörsenbroich. Die Münsterstraße ist ein Sorgenkind. Viele Unternehmen können sich nicht halten. Die Hochschule soll neue Kunden bringen. Von Julia Brabeck

Die Autos ziehen in einem fast ununterbrochenen Strom vorbei, die Straßenbahn rumpelt laut ihrer Wege und Fahrradfahrer flitzen über den recht schmalen Radweg entlang. "Das ist wirklich kein schöner Boulevard zum Flanieren oder Verweilen", sind sich Ratsherr Pavle Madzirov (CDU) und der kommissarische Vorsitzende des Bürgerverein Mörsenbroich, Wilfried Kullmann, einig. Sie sprechen von der Münsterstraße, genauer vom Bereich des Mörsenbroicher Abschnittes zwischen dem Mörsenbroicher Ei und der Haeselerstraße.

Fußgänger sind dort aber kaum unterwegs. "Warum auch. Hier gibt es ja nichts zu kaufen", sagt Kullmann. Und zum Verweilen lädt die Straße auch kaum ein. "Ich glaube, dass hier kaum ein Café oder eine Eisdiele funktionieren würde. Aber Dienstleistungen haben eine Chance", sagt Madzirov. Eine positive Wirkung erwartet er in den nächsten Jahren von neuen Bauprojekten. "Wir hoffen, dass die neue Hochschule auch nach Mörsenbroich positiv ausstrahlt, neue Bewohner und Kunden und eine Belebung bringt. Gleiches gilt für das geplante große Hochhaus am Mörsenbroicher Ei und dem Gebiet rund um den Vogelsanger Weg."

Dort wird zurzeit der Bebauungsplan, der bisher Gewerbe vorgesehen hat, umgeändert, um dort auch Wohnungsbau zu ermöglichen. Damit soll der gesamte Bereich aufgewertet werden, der teilweise seit vielen Jahren brach lag. Gleichzeitig verhindert ein Plan von der Politik ungewollte Entwicklungen, wie die Eröffnung von Wettbüros oder von bordellartigen Betrieben, für die es immer wieder Bauvoranfragen gab. "So etwas, wie die große Spielhalle am Vogelsanger Weg, die genehmigt werden musste, soll hier nicht noch einmal passieren", sagt Pavle Madzirov.

Leerstand, wie bei den Räumen einer Apotheke oder von einem einstigen Kiosk, gibt es an der Münsterstraße erstaunlich wenig, obwohl dort die Laufkundschaft fehlt. Immer wieder finden sich Betreiber mit neuen Ideen. Im ehemaligen Sonnenstudio etwa wird in den nächsten Tagen ein Kosmetikstudio eröffnen, die Räume des ehemaligen Fitness-Centers werden zurzeit umgebaut und in den Räumen der Traditionsgaststätte "Im Fuhlen Stock", die ebenso wie die alteingesessen Haeseler Stuben vor einigen Monaten schloss, ist bereits ein koreanisches Barbecue-Restaurant gezogen. "Es tut sich hier was, aber es ist schwierig und oft leider nicht von Dauer. Und oft sind auch die Hausbesitzer für den raschen Wechsel mit verantwortlich, die oft drastisch die Mieten erhöhen", sagt Kullmann.

Zudem haben die früheren kleinen Geschäft Konkurrenz bekommen. In den vergangenen Jahren sind neben dem bestehenden kleinen Vollsortimenter gleich zwei Discounter im Umfeld eröffnet worden. "Dafür wurde damit endlich die Nahversorgung im Stadtteil gesichert", sind sich Kullmann und Madzirov einig.

Vielfach wurden in den vergangenen Jahren auch Geschäftsräume in Büros oder Arztpraxen umgewandelt. Mehrere der dort eingezogenen Dienstleister existieren inzwischen schon seit Jahren - wie ein Hundefrisör, eine Wäscherei, ein Sicherheitsdienst, eine Kampfsportschule und die Tierklinik. "Wer innovative Ideen und die Bewohnerstruktur des Stadtteils im Auge hat, hat eine Chance", sagt Madzirov.

Quelle: RP
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