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Mörsenbroich
Scherben trüben den Gartenspaß

Mörsenbroich. Im Außenbereich eines neu gebauten Hauses in der Gartenstadt Reitzenstein wurden viele Glasscherben gefunden. Der Umfang der Beseitigung reicht den Bewohnern nicht aus. Sie fordern eine Nachbesserung. Von Julia Brabeck

Familie Walsemann hat sich einen Traum erfüllt, den viele junge Familien haben. Walsemanns haben sich ein Haus in der Gartenstadt Reitzenstein gekauft. Auf dem früheren Kasernengelände sind in den vergangenen Jahren mehr als 900 Wohneinheiten und große Grünflächen entstanden, mehr als 200 Häuser hat Projektentwickler Wilma errichtet. In dem zuletzt realisierten Bauabschnitt mit 26 Häusern steht das Haus der Walsemanns. "Wir sind mit der Baufirma und dem Haus selbst eigentlich sehr zufrieden, denn es hat eine gute Qualität. Schade ist, dass von Wilma selbst das positive Gefühl zerstört und unsere Idylle beschmutzt wird", sagt Vater Frank Walsemann.

Auslöser für den Ärger ist der Oberboden. Dieser bedeckt den ganzen Außenbereich und seine Anlieferung Anfang des Jahres gehörte noch zu den vereinbarten und bezahlten Leistungen. "Damals war es noch sehr kalt, der Boden teilweise gefroren und wir hatten nach dem Einzug im Januar erst einmal viele andere Dinge zu tun. Deshalb haben wir uns jetzt erst mit dem Boden beschäftigt", sagt Walsemann. Dabei entdeckte die Familie, wie auch ihre Nachbarn, zahlreiche Keramik- und Glasscherben.

Ein Gutachter wurde eingeschaltet. Dieser kam zu dem Ergebnis, dass die Fremdkörper rund ein Prozent des Bodens ausmachen. "Gemäß Bundesverband Böden dürfen Fremdteile bis zu zehn Prozent betragen. Da aber durch die Scherben eine potenzielle Gefährdung bestand, hat der Gutachter uns trotzdem empfohlen, den Oberboden in einer Tiefe von fünf Zentimetern zu harken und die Scherben dann abzusammeln", sagt Jochen Siemes, Prokurist bei Wilma, und betont: "Wir haben die Arbeiten sogar bis in 15 Zentimeter Tiefe durchführen lassen."

Offenbar mit mäßigem Erfolg. "Wir finden aber immer noch Glasscherben. Das ist für uns nicht befriedigend, denn die Kinder sollen ohne Gefahr spielen und selbst ihre eigenen Beete anlegen können", sagt Frank Walsemann. Er möchte, dass der gesamte Oberboden viel tiefer gereinigt wird. Das aber lehnt Wilma ab. "Bei einem weiteren Ortstermin wurde ein Stück Garten umgegraben und nur noch eine Keramikscherbe gefunden. Den ganzen Boden auszutauschen kommt für uns nicht in Frage", sagt Siemes. Allerdings sei die Firma bereit, auf Kulanz zusätzliche Kosten zu übernehmen, sollten beim Verlegen des geplanten Rollrasens doch noch viele Fremdkörper auftauchen.

Der Boden selbst stammt aus dem Baugebiet. "Nach dem Verwertungskonzept der Stadt Düsseldorf soll entnommener Boden wieder eingesetzt werden", sagt Siemes. Dass die Verunreinigungen nicht optimal sind, sieht der Prokurist ein. "Aber die Eigentümer sind darüber informiert und haben auch eine Eigenverantwortlichkeit. Sie müssen halt Vorsicht walten lassen," sagt er. Jochen Siemes kritisiert selbst, dass seine Firma nicht schnell genug reagiert hätte und die Walsemann deshalb noch nicht mit der Gestaltung des Gartens beginnen konnten.

Ob die Familie ihren Garten nun aber tatsächlich in Angriff nimmt, ist noch offen. Denn sollte sie den Rechtsweg beschreiten, darf zunächst gar nichts verändert werden. "Unsere Kinder sind jetzt drei und fünf Jahre alt, und sie sollten hier unbeschwert spielen können. Wir sind nun in eine Situation geraten, die für uns sehr unbefriedigend ist", sagt Frank Walsemann.

Quelle: RP
 
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