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Mörsenbroich
Schleichverkehr wird beobachtet

Mörsenbroich. Nach den Sommerferien wird das Amt für Verkehrsmanagement die Ergebnisse vorstellen. Die Bezirksvertretung muss dann über die Verkehrsführung in der Gartenstadt Reitzenstein entscheiden. Von Julia Brabeck

Die Bezirksvertretung 6 hat beschlossen, die Straße Zur alten Kaserne im Neubaugebiet Gartenstadt Reitzenstein zur Ludwig-Beck-Straße hin so lange offen zu halten, bis dort eine Lösung für die Verkehrsführung gefunden wurde. Eigentlich sollte die Durchfahrbarkeit durch das Setzen von Pollern längst unterbunden werden, um Schleichverkehre zu unterbinden. Das hatte aber dazu geführt, dass vermehrt Fahrzeuge durch die angrenzende Wohnstraße Zur Weide fuhren und es dort zu gefährlichen Situationen kam. Das hatte den Unmut der dortigen Anlieger hervorgerufen, die eine neue Bewertung der Situation forderten.

"Zur Klärung und Überprüfung der verkehrlichen Situation wird die Fachverwaltung vor einem endgültigen Setzen der Poller noch vor den Sommerferien eine Verkehrsbeobachtung mittels Videotechnik durchführen, um einen objektiven Eindruck der tatsächlichen Verkehrsverteilung in diesem Bereich zu erhalten", teilt das Amt für Verkehrsmanagement mit. Nach den Sommerferien soll dann die Bezirksvertretung 6 und alle Beteiligten über die Ergebnisse informiert und Empfehlungen für die Verkehrsführung ausgesprochen werden.

Die Bezirksvertretung 6 muss dann entscheiden, wie dann der Verkehr in dem Bereich gestaltet werden soll. Das ist neu, denn bisher waren die Politiker davon ausgegangen, dass die Poller ein Bestandteil des 2008 mit großer Mehrheit beschlossenen B-Plans seien und ihre Aufstellung deshalb zwingend erfolgen muss. Neue Rechtsgutachten haben aber ergeben, dass die Poller zwar empfohlen, aber nicht verbindlich festgesetzt wurden. So war bei der Planung des Neubaugebietes Gartenstadt Reitzenstein ein wesentlicher Punkt die Vermeidung kritischer Verkehrsbelastungen und möglicher Schleichverkehre zwischen der Heinrichstraße und der Lenaustraße gewesen.

In diesem Zusammenhang fordert das Amt für Verkehrsmanagement auch die Bewohner auf, selber für ein rücksichtsvolles Verhalten zu sorgen, denn die Straßen der Gartenstadt und der Ludwig-Beck-Straße würden zu 95 Prozent von den Bewohnern selbst genutzt werden. "Der Ruf nach Abhilfe durch technische Zusatzeinbauten oder regelndes Eingreifen ist immer ein letztes Mittel", sagt die Verwaltung. Die Mittel seien dann aber auch für alle reglementierend oder einschränkend.

Die Abpollerung war auf vielfache Kritik gestoßen. Anwohner hatten Protestbriefe an die Verwaltung geschrieben, Unterschriften gesammelt und sich massiv bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post darüber beschwert. Die Bewohner der Ludwig-Beck-Straße hatten wiederum die Einlösung des damals gegebenen Versprechens eingefordert. Die Verwaltung spricht deshalb von "einer nicht erwarteten heftigen Kontroverse". Mehrere Bewohner der Gartenstadt schlagen nun versöhnliche Töne an und haben sich in einem offenen Brief an die Anlieger der Ludwig-Beck-Straße gewandt.

Ziel ist es, die Meinungsverschiedenheiten beizulegen und gemeinsam nach passenden Lösungen zu suchen. "Was das Thema Schleichverkehr angeht, so möchten wir versichern, dass unsere Interessen absolut gleichläufig sind. Auch von uns hat niemand ein Interesse daran, dass die Straße Zur alten Kaserne zu einer neuen Umgehungsstraße wird", heißt es in dem Schreiben. Zudem wird um Verständnis für die Sorge um die Kinder gebeten, die in der Straße Zur Weide bei einer Straßenschließung massiv gefährdet würden. Entgegenkommende Autos seien schon beobachtet worden, wie sie auf den Bürgersteig unmittelbar vor dort spielenden Kindern auswichen.

Quelle: RP
 
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