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Mörsenbroich
Senioren bringen Kindern Kultur näher

Mörsenbroich: Senioren bringen Kindern Kultur näher
Das Kulturzentrum der Generationen hat eine neue Bleibe an der Münsterstraße gefunden. Gestern wurde die Eröffnung gefeiert. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Mörsenbroich. Seit mehr als acht Jahren besuchen Kinder das offene Kulturangebot des Kulturzentrums der Generationen. Der Verein hat nun neue Räume gefunden und würde gerne mehr Angebote machen. Von Julia Brabeck

Zwei Jahren lang stand das ehemalige Zoofachgeschäft Bolten an der Münsterstraße leer. Nun ist dort mit dem Kulturzentrum der Generationen neues Leben eingezogen. Gestern wurden die liebevoll renovierten Räume mit einem fröhlichen Fest und vielen Besuchern offiziell eröffnet. Dort werden ehrenamtlich arbeitende Senioren Kindern aus der Umgebung Kulturangebote näher bringen. Bisher war der Verein, der 2008 gegründet wurde, im Foyer des Jungen Schauspielhauses angesiedelt. Dort wurden einmal in der Woche gemeinsame Werk- und Kunstprojekt durchgeführt, Geschichten erzählt und Theatervorstellungen besucht.

"Unser gesamtes Material lagerte bisher in einem Container. Als der Vorplatz des Jungen Schauspielhauses neu gestaltet wurde, wurde dieser versetzt, was uns die Arbeit sehr erschwert hat, denn die Wege wurden dadurch zu weit", sagt Vereinsvorsitzende Elisabeth Till. Nun hat man in dem hellen Laden in der Nähe zum Theater eine neue Bleibe gefunden.

Dieser gehört der Rheinwohnungsbau GmbH, die die Räumlichkeiten dem Verein zunächst bis Ende 2016 mietfrei überlässt. "Das heißt nicht, dass dann unbedingt Schluss sein muss, aber wir wollen uns weitere Optionen offen halten, denn noch steht überhaupt nicht fest, was mit dem gesamten Areal passieren soll", sagt Bernd Litges von der Rheinwohnungsbau.

Mehrere Wochen lang haben die Vereinsmitglieder, Kinder und ihre Mütter gemeinsam die sanierungsbedürftigen Räume hergerichtet und mit vielen Details ausgeschmückt. Der Zusammenhalt ist groß, denn die Familien in Mörsenbroich wissen das Angebot des Vereins zu schätzen. Schon lange kommen nicht nur Kinder zum Kulturzentrum - auch ihre Mütter nutzen die Institution als Treffpunkt. "Wir haben uns hier regelmäßig gesehen und Ausflüge begleitet und nach und nach sind dabei richtige Freundschaften entstanden", sagt Amal Boujida. Sie schätzt die große Herzlichkeit und Freundlichkeit, die ihr von den Mitgliedern des Vereins entgegen gebracht werden: "Hier wird jeder so akzeptiert, wie er ist, egal welches Alter, welche Herkunft oder welchen sozialen Status er hat. Das ist mir in diesem Maße noch sonst nirgendwo so passiert."

Bis zu 30 Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren kommen jeden Mittwoch in das Kulturzentrum, um an den für sie kostenfreien Aktionen teilzunehmen. Eine Anmeldung oder regelmäßige Teilnahme ist nicht notwendig. "Ich komme fast jede Woche, denn hier lerne ich immer etwas dazu und Spaß macht es auch noch", sagt die neunjährige Hiba. "Der Bedarf ist riesig und wir würden gerne mehr Angebote machen, aber dafür bräuchten wir mehr eigenständig arbeitende Ehrenamtler", sagt Elisabeth Till. Und auch mehr Geld, denn der Verein mit seinen 15 Mitgliedern ist auf Spenden und den Einnahmen der "Wunderbar" angewiesen. Diese wird ebenfalls von Mitgliedern des Kulturzentrum der Generationen unter der Leitung von Traudel Peteres betreut und bietet im Foyer des Jungen Schauspielhauses bei Vorstellungen Getränke und kleine Snacks zu moderaten Preisen an. "Das ist enorm, was da geleistet wird", sagt Till.

Die Vorsitzende möchte gerne noch lange die Arbeit fortsetzen. "Es mach einfach unheimlich viel Spaß, den Kindern einen Zugang zur Kultur zu ermöglichen und zu sehen, wie gut das Konzept angenommen wird. Es zeigt sich, wie wichtig solch ein Kontrastprogramm zu Computer und Fernseher ist."

Quelle: RP
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