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Mörsenbroich
Verwirrung um Nutzung der Traglufthalle für Flüchtlinge

Mörsenbroich. Die Stadt informierte über die Unterbringung von Flüchtlingen. Thema war auch eine fehlerhafte Verwaltungsvorlage mit falschen Zeitangaben. Von Julia Brabeck

Für Unruhe in Mörsenbroich sorgte gestern eine fehlerhafte Verwaltungsvorlage, die heute im Sportausschuss beschlossen werden sollte. Darin war eine fünfjährige Nutzungsdauer der Traglufthalle auf dem Vereinsgelände des DJK Agon an der St.-Franziskus-Straße durch Flüchtlinge aufgeführt. Dieser Zeitrahmen sei versehentlich genannt worden, es solle bei der ursprünglichen Nutzungszeit von einem Jahr bleiben, erklärte die Verwaltung nach Protesten der CDU-Ratsfraktion. "Ich finde es unglaublich, dass sich in solch einer wichtigen Beschlussvorlage solche Fehler einschleichen können, die dann zur großen Unruhe in der Bevölkerung führen", sagt Ratsherr Pavle Madzirov.

Die CDU-Ratsfraktion spricht sich gegen langjährige Umwidmungen von Sportplätzen aus. "Die Verwaltung muss auch die Bedürfnisse des Vereins und seiner Mitglieder im Blick haben. Zudem sind Sportvereine wichtige Integrationsmotoren und es ist nicht optimal, ihnen dann Mittel und Platz für diese wichtige Arbeit wegzunehmen", sagt Madzirov. Da die bereits aufgebaute Traglufthalle am 30. Oktober von 300 Flüchtlingen bezogen wird, wurde gestern für den Stadtbezirk 6 erneut eine Informationsveranstaltung mit der Flüchtlingsbeauftragten der Stadt Miriam Koch durchgeführt. Über 200 Bürger, darunter auch Vertreter von Institutionen und Vereinen und Lokalpolitiker kamen dazu in die Thomaskirche.

Überraschend wurde ihnen mitgeteilt, dass der Sportplatz Herdecker Straße in Rath nun nicht mehr als Standort für eine Containeranlage in Frage kommt. "Dort ist es nicht möglich, ohne große Umbauarbeiten der Lärmproblematik Herr zu werden", sagt Koch. Nach einem neuen Standort würde nun gesucht werden. In der Robert-Stolz-Straße in Mörsenbroich wurden inzwischen erste Wohnungen mit 46 Plätzen belegt. Insgesamt sollen dort durch Umbauarbeiten in einem ehemaligen Bürogebäude 156 Plätze geschaffen werden. Auch das Gebäude am Vogelsanger Weg wurde bereits mit 150 Menschen belegt. Am Kieshecker Weg soll ebenfalls ein Gebäude für 290 Personen umgebaut und im ersten Quartal 2016 bezogen werden. Am Volkardeyer Weg in Lichtenbroich werden 120 Plätze geschaffen.

Zu der Frage, wie man die Ängste der Bürger bekämpfen möchte, die im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften wohnen, erklärte Koch, dass man sich um Sicherheit keine Sorgen machen müsste. "Es gibt keine erhöhte Kriminalität im Umfeld von Unterkünften."

Quelle: RP
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