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Niederkassel
Die neuen Tollitäten der Tonnengarde

Niederkassel: Die neuen Tollitäten der Tonnengarde
Die neue "närrische Familie": Kinderbauer Philipp Gollak, das Tonnenbauernpaar Uasa Katharina Maisch und Christopher Moch sowie Kinderbäuerin Lili Bätz (v.l.) freuen sich über ihr jeckes Amt. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Niederkassel. Christopher Moch und Uasa Katharina Maisch sind das neue Oberbauernpaar des Niederkasseler Karnevalsvereins. Der Nachwuchs wird vom Kinderbauernpaar Philipp Gollak und Lili Bätz regiert. Von Heide-Ines Willner

Jedes Jahr kurz vor dem 11.11. drehen sich die Gespräche im "Dorf" um die Frage: "Wer wird das neue Oberbauernpaar der Tonnengarde?" Damit nur ja nichts vor der Zeit in die Öffentlichkeit dringt, wird jede Nachfrage mit eisigem Stillschweigen beantwortet. Geduld ist gefragt, bis endlich der Abend des deftigen Schlachtfestes anbricht, und die Garde sich mit ihren Gästen in der Aula des Comenius-Gymnasiums versammelt. Doch auch dort werden die Namen der Neuen auf den Narrenthron nicht gleich ausposaunt. Denn zunächst gilt es, die Vorgänger zu verabschieden: Thomas und Britta Damm, die auf eine "traumhaft schöne Session" zurückblickten.

Garde-Präsident Karl Hans Danzeglocke übernahm dann die Regie und schockte die Gäste mit der Feststellung: "Wir haben leider kein neues Tonnenbauernpaar." Dem ratlosen Präsidenten sprang Geschäftsführer Dino Conti Mica zur Seite und suchte den Saal nach geeigneten Kandidaten ab. Als diese dann alle auf der Bühne versammelt waren, erschien Dirk Mecklenbrauck, Rechtsanwalt und Mitglied der Tonnengarde, stilecht mit Perücke und Robe. Er erhob Einspruch gegen das Verfahren und überreichte Danzeglocke einen Umschlag, den dieser sofort öffnete. Jetzt erfuhren alle, wer die Rolle des neuen Tonnenbauernpaares übernehmen und die Narrenzunft eine, wenn auch kurze Session bei Laune halten wird: Christopher Moch und Uasa Katharina Maisch.

Die beiden sind Neu-Niederkasseler, aber kein Ehepaar, sondern pflegen mit ihren Familien eine enge Freundschaft. Beide sind Akademiker, sie Rechtsanwältin, er Diplom-Ingenieur. Seit 16 Jahren ist der 1967 in Hamburg geborene Christopher Much Düsseldorfer. Der Beruf hatte ihn in die Landeshauptstadt geführt, wo er seine Frau Claudia heiratete. Inzwischen ist er dreifacher Vater und wohnt mit seiner Familie im Lotharviertel. Sozusagen Tür an Tür mit Uasa Katharina Maisch, die aus Opladen stammt und seit 1994 in Düsseldorf lebt. Sie ist mit Nils verheiratet und hat zwei Töchter. "Das Jecksein hat in meiner Familie eine lange Tradition", sagt sie. "Schon mein Opa war Karnevalsprinz in meiner Heimatstadt." Später sei ihr Bruder in die Fußstapfen des Großvaters getreten und Prinz Karneval von Leverkusen gewesen.

So wundert es nicht, dass sie mit ihrem "Bauern" nur so um die Wette strahlt und versichert. "Wir freuen uns riesig auf unser jeckes Amt." Doch erst auf Umwegen fand das Paar zusammen. "Filialdirektor Heinz Kotschmar hatte Uasa Katharina Maisch bei der Spendenübergabe (Stadtsparkasse gab 4000 Euro für die Kindergarde) gefragt, ob sie nicht mal Tonnenbäuerin werden wolle", erinnert sich Conti Mica. Sie habe Ja gesagt, was dann an seine Frau Anke weitergegeben worden sei. Zusammen habe man alles besprochen und perfekt gemacht. Geübt im Feiern ist auch Moch - obwohl er nicht gerade aus einer Karnevalshochburg stammt. "Meine Kollegen haben mich oft zu Karnevalsfesten mitgenommen." Es hat dann aber noch zehn Jahre gedauert, bis er 2010 Tonnengardist wurde. Auf den Spuren der großen Bauern, die kleinen: Philipp Gollak, gerade mit 11 Jahren im jecken Alter, wurde der Karneval in die Wiege gelegt. "Ich war immer beim Kinderkarneval dabei." In Sachen Winterbrauchtum aber macht niemand Kinderbäuerin Lili Bätz so leicht etwas vor. Denn Lilis Opa Karl-Heinz Falenski führt seit 25 Jahren als närrischer Schutzmann den Niederkasseler Veedelszug an.

Quelle: RP
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