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Niederkassel
Die Oktoberfest-Wunderwaffe

Niederkassel: Die Oktoberfest-Wunderwaffe
Die Tickets für das Fest im Zelt an der Theodor-Heuss-Brücke sind begehrt, 2014 kamen gut 2500 Besucher. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Niederkassel. Die Tickets für den Wiesn'-Ableger der Niederkasseler Schützen sind jedes Jahr im Nu ausverkauft. Das liegt nicht zuletzt auch an Stefanie Pulm, die den Hut für die Party im Zelt aufhat, das in diesem Jahr zum zehnten Mal gefeiert wird. Von Monika Götz

60 Sekunden - das ist die Zahl, die es im nächsten Jahr beim Online-Ausverkauf der Eintrittskarten zum Niederkasseler Oktoberfest zu unterbieten gilt. Aber wollen das die Sebastianus-Schützen überhaupt? "Die Karten sind begrenzt und sehr begehrt. Das erhöht den Reiz dieses Festes. Wir sind sehr froh, dass sich das so entwickelt hat und möchten den Status - auch die Besucherzahl betreffend - nicht ändern. Wir sind ein kleiner, aber feiner Verein und das ist ein kleines, aber feines Fest. Der Charme muss erhalten bleiben", erklärt Stefanie Pulm.

Sie gehört seit sieben Jahren als Kassiererin dem Vorstand des St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf-Niederkassel 1890 an und wird von Schützenchefin Britta Damm als "Oktoberfest-Wunderwaffe" geschätzt. Und tatsächlich strahlen die Augen der 35-Jährigen, wenn sie über das Oktoberfest spricht: "Die Begeisterung der Menschen im Zelt ist einfach überwältigend." Sie kommen zum Teil von weit her, aus dem süddeutschen Raum, aus Duisburg oder Essen: "Auch Münchener, die das Original-Oktoberfest nicht besuchen, sind bei uns dabei."

Dabei waren die Schützen in der Anfangsphase zögerlich, dachten längere Zeit darüber nach, welches große Fest man außerhalb der Saison platzieren könnte. Schließlich wurde mit Zeltwirt Karl-Heinz Oellers gesprochen und dann stand fest: "Das machen wir." Das war vor zehn Jahren. Damals kamen rund 500 Besucher, heute sind es 2500. Inzwischen übernehmen der Zeltwirt und sein Team das Schmücken. "Früher haben wir das selbst gemacht. Aber das ist zeitaufwendig, wir haben fünf Tage gebraucht. Schließlich gibt's über 5000 Luftballons", sagt Pulm. Zwar liegt die Organisation in den Händen des Vorstands, "freundschaftlich, auf dem kurzen Dienstweg", aber die gelernte Veranstaltungs-Managerin "hat den Hut auf". Eine Kleidervorschrift gab es nie. Doch schnell war klar, dass sich dann, wenn es heißt "o'zapft is", 95 Prozent der Besucher in kreativer bayerischer Tracht zeigen. Stefanie Pulm weiß, dass sich Freundinnen untereinander austauschen, neue Stücke kaufen oder kombinieren: "Ich habe schon gefühlt 100 Dirndl im Schrank."

Um die Oktoberfest-Atmosphäre zu vervollständigen, gibt es Wies'n- Bier im Ausschank, als Halbe oder als ganze Maß, dazu traditionell aus der Dorfschänke Bayrische Schmankerln, die für Gruppen vorbestellt werden können. Zum Zehnjährigen hat sich Dorfschänken-Chef Stefan Deckers etwas Besonderes ausgedacht: "Es gibt Bayrische Burger, Laugengebäck, Salat und Kalbfleisch mit einer Sauce auf Basis von süßem Senf." Für die Musik sorgen die Top-Partyband "Wällster Bayern Power" und Kersten Schmalbach mit seinen Audiohelden. Pulm: "Sie bringen das Zelt zum Kochen, nach einer Stunde stehen alle auf Tischen und Bänken, auf der Tanzfläche knubbelt es sich." Wer an der Abendkasse auf Einlass hofft, hat nur eine Chance, wenn Karten zum Tausch geboten werden. Wer nach dem Ausverkauf auf der Warteliste stand, durfte hoffen. "Der Jubel am Telefon, wenn wir freie Karten melden konnten, gehört zu den besonders schönen Momenten", erzählt Pulm, deren Dank auch den Sponsoren gilt.

Quelle: RP
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