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Niederkassel
Pappelwäldchen soll neu entstehen

Niederkassel. Nach Orkan "Ela" war vom Pappelwäldchen auf dem Niederkassler Deich nichts mehr übrig. Etwa 40 Bäume waren zerstört oder mussten gefällt werden. Anwohner, Spaziergänger und auch die Politik setzten sich für die Aufforstung ein. Von Heide-Ines Willner

Das Pappelwäldchen gibt es wieder. 20 neue heimische Bäume, darunter sechs Pappeln, hat das Gartenamt jüngst gepflanzt - und alle freuen sich darüber. Denn der Orkan "Ela" hatte das Pappelwäldchen bis auf einen jungen Baum ausgelöscht und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nur die Prozessions-Stele von Egido Weinert, die dem Niederkasseler Pfarrer Norbert Blumberg (1934-2002) gewidmet ist, überstand den Orkan unbeschadet.

Die Niederkasseler und auch andere Baumfreunde forderten die Aufforstung und spendeten dafür in den Topf für neue Bäume. Lange war unklar, ob das Wäldchen überhaupt wieder aufgeforstet werden kann, weil es sich auf dem Deich zwischen Rheinwiesen und den Schrebergärten am Kaiser-Friedrich-Ring befindet. Denn Experten streiten sich, ob Bäume den Deichen schaden oder nicht.

Dass dann alles so schnell ging, hat auch die linksrheinischen Bezirksvertreter überrascht. Im Februar hatten sie eine Anfrage gestellt, wonach sie geklärt haben wollten, wie die Verwaltung mit Baumpflanzungen auf Deich und Deichvorland umzugehen gedenke. Dabei war von einem Gutachten die Rede, das die Entwicklung des Baumbestandes auf und an den Deichen ermitteln soll. Die Antwort der Verwaltung kam einige Wochen später - mit dem Ergebnis, dass das Konzept noch bearbeitet werde. "Es müssen erst die etwa 5000 städtischen Bäume auf den Deichen und im Deichvorland im Kataster erfasst beziehungsweise aktualisiert werden", so Bezirksverwaltungschefin Iris Bürger. Das endgültige Ergebnis solle im November 2016 feststehen, es werde anschließend den Bezirksvertretern vorgestellt.

"Die Realität hat das Konzept überholt", stellte Axel Warden, stellvertretender SPD-Bezirksbürgermeister, fest. "Denn umfangreiche Pflanzungen wurden bereits vorgenommen." Als Beispiel nannte er das Pappelwäldchen. Auf Anfrage teilte Silke Thyssen, Leiterin des Projektbüros "Neue Bäume für Düsseldorf" beim Gartenamt, mit: "Wir sind im Besitz einer Genehmigung für die Pflanzung der 20 Bäume am Pappelwäldchen."

Und darüber herrscht allgemein Freude, wenn es auch noch dauern wird, bis die Bäumchen zu Bäumen geworden sind. Darüber hinaus ist die Fläche jetzt besser gestaltet. Denn auch die klobigen, mit Ketten gesicherten Baumstümpfe, die einst die Wege begrenzten, sind verschwunden. Stattdessen wurden Pflöcke gesetzt, um Autofahrer abzuhalten, das Pappelwäldchen als Parkplatz zu nutzen.

Froh über die Renaturierung des idyllischen Fleckchens ist auch die Anwohnerin und überzeugte Baum- freundin Susanne Borho. Regelmäßig kommt sie am Pappelwäldchen vorbei, wenn sie mit Hündin "Summer" zum Rhein geht. "Es ist wunderbar, dass der Bereich wieder seinem Namen Pappelwäldchen gerecht wird", sagt sie. "Auch wenn nur sechs Pappeln gepflanzt wurden." Im September 2014 hatte die Niederkasselerin fassungslos auf die großen Schäden des Wäldchens bei einem Rundgang aufmerksam gemacht. Etwa 32 dickstämmige Pappeln hatte "Ela" geradezu dahingemäht. Kreuz und quer lagen die Stämme über- und untereinander und hatten das Pappelwäldchen unpassierbar gemacht.

Quelle: RP
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