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Niederkassel
Realschüler feiern "Tag der Herzen"

Niederkassel. Die Carl-Benz-Realschule verabschiedete gestern die Jugendlichen, die sich als Mediatoren des "Buddy-Projekts" eingesetzt hatten. Gleichzeitig wurden die Amtsnachfolger aus den 9. Klassen vorgestellt. Von Heide-Ines Willner

Etwa 430 knallrote Luftballons wurden gestern von den Schülern der Carl-Benz-Realschule auf die Reise geschickt. Versehen mit den Namen der Schüler werben sie für ein "Wir" Gefühl, für ein "Miteinander.Füreinander", mit dem der Finder motiviert werden soll, die Karte an die Schule zurückzuschicken. Denn: "Die Schüler, deren Ballons die weiteste Strecke zurückgelegt haben, werden vom Förderverein mit einem Geldpreis belohnt", sagt Vorsitzende Susan Mackenthun.

Der Luftballonwettbewerb eröffnete den von den Lehrerinnen Heike Lange und Lora Mikhof organisierten "Tag der Herzen", der ebenfalls unter dem Wort "Wir" gefeiert wurde. Es steht vor allem für das "Buddy-Projekt", das nunmehr seit zehn Jahren ein Kernstück im Schulalltag ist und schlicht mit "Soziales Lernen" umschrieben werden kann. In ihrer Eröffnungsrede würdigte Schulleiterin Anne Küppers, das von ihrer Vorgängerin Christiane Korfmacher-Zimmermann initiierte Buddy-Projekt und versprach: "Wir werden das soziale Lernen weiter ausbauen und erweitern." Ziel sei ein toleranter, respektvoller Umgang miteinander und füreinander.

Der "Tag der Herzen" war mit dem Luftballonwettbewerb längst noch nicht abgeschlossen. Vielmehr wurden die Zehntklässler, die sich ein Jahr lang als Buddies oder "Streitschlichter" eingesetzt haben, verabschiedet, weil sie im Sommer die Realschule verlassen werden. Pia und Anna-Katharina gehören dazu. Ein Jahr lang hatten sie als Mediatorinnen Streitenden geholfen, eine Lösung zu finden. Was während ihrer Zeit zu schlichten war, beschreiben sie kurz mit "Kleinigkeiten". "Es ist nichts Schlimmes passiert, meist ging es um Rangeleien oder Beschimpfungen", sagen die Mädchen, die beide noch Abitur machen wollen. Zu den Buddy-Nachrückern zählen die Neuntklässler Niclas, Julian und Robin. Auch sie sind Streitschlichter und freuen sich auf ihren Buddy-Job. "Es macht Freude, sich in der eigenen Schule zu engagieren", sagen sie übereinstimmend. Damit sie fit für die neue Aufgabe sind, haben sie in Übungsstunden gelernt, wie sie mit den jüngeren Kindern umgehen und ihnen im Konfliktfall zu helfen können. "Besonders wichtig ist das bei unseren beiden Seiteneinsteigerklassen, denn dort gibt es viele Schüler mit Migrationshintergrund", so die Schulleiterin. Für sie seien vornehmlich die Tutoren, eine Untergruppe des Buddy-Projekts, zuständig. "Diese Gruppe besteht aus Lehrern und leistungsstärkeren Jugendlichen, die einen oder zwei jüngere Schüler mit Lerndefiziten unterrichten."

Insgesamt sechs Projektgruppen stehen für das "Buddy-Programm". Neben den bereits erwähnten Mediatoren und Tutoren gehören der "Klassenrat" dazu, der die Aufgabe hat, Entscheidungsprozesse auf die Ebene der Schüler zu verlagern, und die "Paten" (Ansprechpartner), die den Fünftklässlern zur Seite stehen. Darüber hinaus betreuen Schüler der achten bis zehnten Klassen die Kinder, die sich Bücher in der Schulbibliothek ausleihen wollen. Sie lesen und spielen mit ihnen zusammen. Weiter gibt es die sogenannten HA-Buddys, die Nachwuchsschülern bei den Hausaufgaben in der benachbarten Freizeiteinrichtung "Rondell" helfen.

"Buddy kann Schule nachhaltig verändern und ein positives Klima schaffen", hieß es beim Start 2007. Jetzt blickten die Protagonisten auf zehn erfolgreiche Jahre zurück.

Quelle: RP
 
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