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Niederkassel
St.-Anna-Kirche wird entweiht

Niederkassel. In absehbarer Zeit soll der Niederkasseler Sakralbau auch abgerissen werden und dann Platz für neue Einrichtungen machen. Von Heide-Ines Willner

Die Würfel sind gefallen: Nach dem Niederkasseler Schützenfest wird die St.-Anna-Kirche profanisiert und in absehbarer Zeit abgebrochen. "Die Kirche und auch die Nebengebäude sind in so einem schlechten Zustand, dass sie nicht zu halten sind", sagt Andreas Bahners vom Kirchenvorstand bei einem Gespräch mit Pfarrer Michael Dederichs. "Neben einer erneuten Sanierung der Dach- und Klinkerflächen des Pfarrzentrums wäre in absehbarer Zeit eine grundlegende Neukonzeption des Entwässerungssystems auf dem kompletten Grundstück notwendig geworden."

Grund für die Verantwortlichen, ein Konzept für neue Einrichtungen auf dem 7000 Quadratmeter großen Grundstück zu entwickeln. Ziel sind nachhaltige Perspektiven "für ein lebendiges kirchliches Leben zu schaffen". Damit wolle sich die Kirche den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen. "Wir lassen die Kirche im Dorf", versichern Pfarrer und Kirchenvorstand. Das heißt, ein neues Gotteshaus wird ins Neubaukonzept integriert. "Nicht so groß wie heute, aber auf jeden Fall wird es einen Ort geben, an dem die Menschen beten können", so der Pfarrer. "Und auch kirchliche Familienfeiern wie Taufen, Hochzeiten oder Trauerfeiern sollen in der künftigen St.-Anna-Kapelle möglich sein."

Von der Inneneinrichtung der alten Kirche werden künstlerisch wertvolle Gegenstände neue, würdige Plätze bekommen - in Niederkassel oder anderen Kirchengemeinden. "Nichts geht verloren", sagt Pfarrer Dederichs. "Wir bemühen uns, die von der Künstlerin Sigrid Kopfermann gestalteten Fenster zu integrieren", so Bahners. Auch das Grundstück bleibe im Besitz der Kirche. Es werde in Erbpacht abgegeben. Geplant ist, für die Gruppen etwas zu schaffen, die heute im Fokus des Interesses stehen. Das sind die älteren Menschen - vor allem aber die Kinder. So ist vorgesehen, die heutige zweigruppige Kindertagesstätte auf drei Gruppen zu erweitern.

Im Anschluss an die Kita sind ein multifunktionaler Raum vorgesehen und eine Ortsmitte in Form eines Platzes ist gedacht. "Niederkassel ist ein Straßendorf, deshalb sollte es wenigstens einen zentralen Aufenthaltsort geben", sagt Bahners.

Zudem sollen auf dem Kirchengelände seniorengerechte Wohnungen entstehen - aber "keine Luxuswohnungen", versprechen Dederichs und Bahners. Die Wohnungen werden teils öffentlich gefördert oder bewegen sich im preisgedämpften Segment. Nur fünf Prozent des Wohnungsanteils sind für höherpreisigen Wohnraum vorgesehen, "als finanzielle Grundlage, um den Rest sozialgerecht realisieren zu können."

Der Welcome-Point für Flüchtlinge mit Kleiderkammer bleibt vorerst im Untergeschoss des Pfarrzentrums. Im darüberliegenden Pfarrsaal wird es ab Sommer aber keine Veranstaltungen mehr geben. "Wegen umfangreicher Pilzkulturen, die sich dort eingenistet haben." Die Ceci-Schüler, die dort während ihres Ganztags ihr Mittagessen bekommen, und der Seniorenclub müssen sich dann neu orientieren. Für die Gesamtplanung schreibt die Kirchengemeinde einen Investoren-Wettbewerb aus, der transparent gestaltet werden soll. "Wir sind sicher, in Niederkassel mit diesem zukunftsorientierten Konzept in eine gute gemeinsame Zukunft zu gehen" so Angela Price vom Bauausschuss des Kirchenvorstands.

Quelle: RP
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