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Oberbilk
Beschwerden über Trinkerszene am Oberbilker Markt

Oberbilk. Beate Matth verkauft seit einem Jahr auf dem Oberbilker Wochenmarkt Kuchen, Brote und Gebäck und hat den Oberbilker Markt deswegen immer gut im Blick. "Seit die Stadt vor einigen Wochen die roten Sitzbänke aufgestellt hat, treiben sich dort mehr Trinker rum als früher, manchmal gibt es auch Schlägereien", sagt die Bäckerei-Verkäuferin. Eine weitere Beobachtung stimmt sie sorgenvoll: "Inzwischen hat es sich so rumgesprochen, wie gemütlich der Oberbilker Markt mit seinen Bänken und dem Toilettenhäuschen geworden ist, deswegen treffen sich inzwischen sogar Junkies auf dem Platz." Eindrücke, die Anwohner, Markthändler und Geschäftsinhaber rund um den für 2,54 Millionen Euro umgebauten Platz in den vergangenen Wochen gewonnen haben. Von Semiha Ünlü

Die Situation vor Ort sei dem Ordnungsamt (OSD) und den dort angesiedelten Mitarbeitern bekannt, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. "Jedoch ist die Grenze zwischen bloßem Aufenthalt, zwischen rechtlich einzuordnendem nicht störenden Alkoholkonsum und dessen Grenzüberschreitung bekanntlich für unbeteiligte Dritte nicht wahrnehmbar", teilte der OSD. "Belastbare Störungssituationen" habe man nicht festgestellt. Nach dem Umbau des Platzes sei die "alte" Szene wieder da. "Die Polizeiwache ist aber direkt am Platz angesiedelt und hat die Situation deswegen immer gut im Blick", so Stadtsprecher Michael Buch.

Der Inhaber des indischen Imbisses "Chindia" auf dem Oberbilker Wochenmarkt, James Gomes, ist vom Umbau des Platzes enttäuscht. "Der Platz sollte doch schöner und sicherer werden und jetzt haben wir hier noch mehr Trinker und sogar Junkies vor Ort", sagt der 68-Jährige, der seinen Imbisswagen seit zehn Jahren in der Regel montags bis freitags auf dem Platz stehen hat. Das meint man auch beim Oberbilker Bürgerverein. Die roten Sitzgelegenheiten und die neue Sanitäranlage seien wie eine Einladung, viele Obdachlose würden den Raum unter den Sitzbänken zudem zum Übernachten nutzen. Als Oberbürgermeister Thomas Geisel Anfang Juni den Platz den Bürgern übergab, sagte er, dass dieser durch die Umgestaltung und das Aufstellen von Sitzmöglichkeiten eine "hohe Aufenthaltsqualität" haben würde.

Quelle: RP
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