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Oberbilk
Bücherei hilft Demenzkranken

Oberbilk. Ein neues multimediales Paket soll das Erinnerungsvermögen fördern. Von Oliver Burwig

Demenz heißt oft nicht Vergessen, sondern sich nicht mehr erinnern zu können. Um den Kranken dabei zu helfen, ihr Erinnerungsvermögen zu nutzen und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, hat die Zentralbibliothek Medienboxen angeschafft. Diese enthalten Geschichten, Gegenstände und Ideen für Betreuungsgruppen, soziale Einrichtungen und Betreuer.

Die Bücher, CDs und Spiele richten sich in drei verschiedenen Ausführungen - Vorlesen, Erleben und Aktivieren - eher an größere Gruppen. Die kleineren "Erinnerungskoffer" zu den Themen "Musik und Tanz", "Im Haus", "Draußen sein" und "Männer" können auch einzelnen Pflegern helfen, Demenzkranke ins Erinnern zu bringen. "Die Boxen enthalten vor allem Dinge und Geschichten aus der Jugend der betroffenen Personen", sagt Annette Trimborn, Leiterin des Demenznetzes des DRK. Viele Demenzerkrankte erinnern sich noch sehr gut an ihre Jugend, haben jedoch ihr Kurzzeitgedächtnis verloren. "Das Angebot wird sehr gut angenommen", sagt Frauke Erus, Lektorin der Stadtbüchereien. Die Reaktionen der Bewohner im DRK-Zentrum Grafenberg zeugen von der Freude, die das Erinnern machen kann. "Wir hatten früher einen Laden, in dem wir Badeanzüge verkauft haben", sagt eine etwa 80-jährige Frau beim Betrachten eines Bildes, das mehrere Frauen beim Baden zeigt. "Viele Erkrankte sprechen im Alltag gar nicht mehr, wenn aber ein altes Lied angestimmt wird, können sie es komplett mitsingen", sagt Einrichtungsleiterin Andrea Patt.

Quelle: RP
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