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Oberbilk
Der lange Weg zurück ins Leben

Oberbilk. In den Tagen nach ihrer Lebertransplantation schwebte Kathrin Schröder im Komazustand zwischen Leben und Tod. "Ich schrie in meinen Träumen nach Gott, aber hatte das Gefühl, begegnet sei mir dort nur der Teufel", sagt die 53-Jährige, die sich wie ihr Mann Christian ehrenamtlich in der Christuskirche engagiert.

In ihrem Buch "Danke Fremde(r) für mein Leben" (ihleo-Verlag) schreibt Kathrin Schröder offen darüber, wie das Budd-Chiari-Syndrom und die anschließende Transplantation vor gut einem Jahr ihr Leben und das ihres Mannes auf den Kopf stellten. Sie beschreibt ihre Erlebnisse in den Krankenhäusern und die Kraft zum Weiterleben, die ihr der Glaube gebe.

Alles fing an mit Rückenschmerzen. Im Marienhospital wurde Anfang Januar 2015 dann die Diagnose gestellt: "Ich hatte Budd Chiari, eine seltene Erkrankung, die eine teilweise - oder wie bei mir - vollständige Leberthrombose der kleinen Lebervenen bedeutet. Diese Krankheit führt in unterschiedlicher Geschwindigkeit zur Leberzirrhose und damit zur notwendigen Transplantation." 2016 wurde sie operiert. "Als ich zur Operationsvorbereitung geschoben wurde, hatte ich kaum Angst. Ich hatte gebetet und mein weiteres Schicksal Gott in die Hand gegeben."

Das Besondere an Schröders Buch sind aber nicht nur die sehr eindringlich beschriebenen Erlebnisse, sondern dass auch ihr Mann seine Gefühle und Gedanken schildert. "Gottes Führung hat uns immer wieder weitergebracht", sagt er. Dieses Gottvertrauen habe ihm auch die Kraft gegeben, sich um das Geschäft zu kümmern, von dem er und seine Frau leben (eine Salzgrotte, Wellnessoase und einen Internetversandhandel). So habe er Mitarbeiter eingestellt, sich schließlich schweren Herzens auch von seinen Ehrenämtern in der Christuskirche verabschiedet.

Um selbst gesund zu bleiben, holte er sich Hilfe. "Hoffen, beten, kämpfen, glauben, Kathrin stärken. Das konnte und das musste ich tun, bis sich zeigen würde, wohin die Reise geht", sagt Christian Schröder.

(semi)
 
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