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Oberbilk
Der Oberbilker Markt kommt gut an

Oberbilk. Schön geworden, sagten viele Passanten bei der mobilen Redaktion der Rheinischen Post zur Umgestaltung des Platzes. Verbesserungsbedarf sah man natürlich trotzdem. Und die Situation im Stadtteil ändere auch neues Pflaster nicht. Von Torsten Thissen

Edle Granitsteine handverlegt, ein von Platanen beschatteter Kiesbereich, Designleuchten aus pulverbeschichtetem Stahl und ein Toilettenhäuschen, das man eher an der Königsallee vermuten würde, wie eine Anwohnerin bemerkte - der Oberbilker Markt kann sich sehen lassen, so die Meinung der meisten Bürger, die gestern zur mobilen Redaktion der Rheinischen Post gekommen waren. Auch der Wochenmarkt sei nun attraktiver, merkten die Menschen an, wobei ein Problem sich auch durch die schönste Umgestaltung nicht lösen lasse: Die ständige Beschallung durch den Verkehr.

Willy Petry lobte dennoch die Planung und Umsetzung der Neugestaltung. "Ich finde das super", sagte der 84-jährige Oberbilker, der zu berichten wusste, dass der Platz eigentlich nie schöner ausgesehen habe. Zumindest so lange er ihn kenne, und das sei ja schon eine ziemlich lange Zeit. Petry war bereits als Jugendlicher regelmäßig auf dem Oberbilker Markt, hat auch gesehen, als ein amerikanischer Bomber während des Krieges in das Kinderkrankenhaus stürzte, das an der Stelle stand, wo heute die Sparkasse ist. "Jetzt braucht es nur noch ein paar Bänke auf dem schönen, schattigen Platz unter den Platanen", sagte Petry. Seine Frau Ingeborg sah das genauso. "Ich hoffe nur, dass noch mehr Marktbeschicker den Platz nun bevölkern", fügte sie hinzu. Auch Klara Wiese war zufrieden. Die 92-Jährige kommt noch jeden Tag hierhin, um einzukaufen. Sehr schön sei alles geworden, lange genug habe es ja gedauert, sagte die Oberbilkerin.

Auch Erika Lersch findet, dass es sehr ordentlich nun aussehe auf dem Oberbilker Markt. Ob denn die Umgestaltung gegen die Trinker hilft, die den Markt oft bevölkern und von denen sich Frau Lersch gestört fühlt, bezweifelt sie aber. Das Thema Bänke beschäftigt auch Walfried Löber. Vor allem die Installation der Enzis, jener Sitzmöbel, die auf dem Schadowplatz bereits einen optischen Blickfang bieten, hält der Rentner für problematisch. Er bezweifelt, dass die auf dem Oberbilker Markt lange so hübsch aussehen wie am Anfang, außerdem hätten doch ältere Leute lieber eine klassische Bank mit Rückenlehne.

Irmgard Striebels Familie lebt seit mehr als 150 Jahren in Oberbilk, sie hat mehrere Häuser in dem Stadtteil. "Hier ist nichts Besonderes entstanden", sagt sie. Vor allem fehlen ihr Pflanzenkübel. Außerdem beklagt auch sie das "Obdachlosenproblem" auf dem Platz. Allerdings sieht Frau Striebel den ganzen Stadtteil kritisch, besonders den Verkehr und die Verhältnisse auf der Kölner Straße, wo sie ihre Wohnungen wegen der Nachbarschaft nicht adäquat vermieten könne.

Kritik äußert auch Verena Stenzel, die optisch zwar eine deutliche Verbesserung sieht, aber die Kosten der Umgestaltung beklagt. "Ich denke, dass das Geld verschwendet ist", sagt sie. Sie komme zwar nicht oft hierher, doch hätte sie sich etwas mehr Sparsamkeit gewünscht. "Muss es denn dieses teure Pflaster sein? Etwas günstiger wäre es doch auch gegangen", ist sie überzeugt. Raimund Klingner war als Vorsitzender des Bürgervereins in Oberbilk bei der mobilen Redaktion der RP. Sein vorläufiges Fazit fällt positiv aus, auch wenn nicht alles berücksichtigt wurde, was irgendwann einmal geplant war. Besonders vermisst er eine Möglichkeit für Kinder, auf dem Oberbilker Markt zu spielen, doch er hofft noch auf Druck aus der BV, damit ein Klettergerüst oder ein Sandkasten auf dem Teilstück mit den Platanen Platz findet. Und er machte eine Ankündigung: So soll es gegen Ende Juni ein erstes Fest auf dem Oberbilker Markt geben. Zu dem dann nicht nur die Nachbarn kommen.

Quelle: RP
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