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Oberbilk
Diakonie baut Autismus-Zentrum

Oberbilk. Auf dem ehemaligen Düsselgrün-Grundstück an der Haifastraße entsteht für 7,5 Millionen Euro ein Neubau. Dort sollen ab Mitte 2019 auch Büros und Gruppenräume für das Betreute Wohnen untergebracht werden. Von Marc Ingel

Wo bis Ende 2015 der Gemeinschaftsgarten Düsselgrün seinen Standort an der Haifastraße hatte, baut die Diakonie nun ein Autismus-Zentrum. Und zwar ganz schön schnell, wie Sozialdezernent Burkhard Hintzsche gestern feststellte, denn für eine Grundsteinlegung war der Bau eigentlich schon zu weit fortgeschritten. Wie dem auch sei: Die Zeremonie wurde vollzogen, bis Mitte 2019 soll alles fertig sein. "Und das eben nicht am Rand der Stadt, sondern im Zentrum. Das nenne ich inklusive Stadtentwicklung", hob Hintzsche hervor.

Mitten in Oberbilk sollen die verschiedenen Bereiche des Autismus-Kompentenzzentrums der Diakonie nicht nur zusammengefasst, sondern sogar erweitert werden. "Ein Prozent aller Deutschen leidet unter Autismus. Es ist keine Krankheit im ursprünglichen Sinn, diese Menschen sind nur anders verdrahtet, tun sich schwer im sozialen Kontakt, sind aber oft genug hochintelligent. Dennoch benötigen sie, wie auch ihre Angehörigen, eine besondere Zuwendung, um lebenstüchtig zu sein. Diese werden sie bei uns erhalten", sagte Roland Schulz, Vorsitzender des Kuratoriums. Dafür wird das neue Gebäude mit speziellen Trainingswohnungen ausgestattet, die hohe Anforderungen an Schallschutz und Lichtverhältnisse erfüllen. Auch die Orientierung im Gebäude wird besonders einfach und für alle nachvollziehbar gestaltet. Außer den Therapieräumen für Kinder und Jugendliche bietet das Haus einen Raum für größere Veranstaltungen. Bereits jetzt betreut die Diakonie 45 junge Menschen zwischen sieben und 22 Jahren, bei denen eine Autismus-Spektrums-Störung diagnostiziert wurde. Die Mitarbeiter beraten und betreuen die Betroffenen und ihre Eltern. Mit den Kindern und Jugendlichen wird trainiert, damit sie im Alltag zurechtkommen.

In dem neuen Zentrum der Diakonie wird es auch Büros und Gruppenräume für das Betreute Wohnen der Diakonie geben. Der evangelische Wohlfahrtsverband begleitet in Düsseldorf derzeit rund 200 Menschen, die in ihren Wohnungen weiterhin selbstständig leben wollen, dabei aber regelmäßig Unterstützung benötigen, etwa bei der Organisation des Haushalts oder bei finanziellen Dingen. In den oberen Etagen entstehen nicht zuletzt acht Appartements, in denen Diakonie-Mitarbeiter sowohl junge autistische Menschen als auch ältere Personen des Betreuten Wohnens unmittelbar begleiten.

Ohne eine Frau wäre der Neubau - die Gesamtkosten liegen bei rund 7,5 Millionen Euro - aber wohl ein Traum geblieben. Ute Huneke hat die Diakonie mit einer "großzügigen" Einzelspende bedacht. Nicht das erste Mal, wie Roland Schulz betonte. Das mache sie zum einen, weil der verstorbene Mann ihr sein Vermögen zielgerichtet vermacht habe, aber auch aus innerer Überzeugung heraus. "Der Staat kann nicht alles machen, bürgerschaftliches Mitwirken ist wichtig und notwendig", zitierte Schulz die Spenderin. "Genau deswegen ist Düsseldorf so eine soziale Stadt - wegen des großen privaten Engagements hier", sagte Hintzsche.

Quelle: RP
 
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