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Düsseldorf-Oberbilk
Künstlerinnen eröffnen Pole-Dance-Studio

Düsseldorf: Künstlerinnen eröffnen Pole-Dance-Studio
Ein gutes Team nicht nur an der Stange: die deutschen Meisterinnen Malwina Steinhoff (von oben) und Pia Karaus mit ihrer Geschäftspartnerin und Schülerin Maria Mann. FOTO: anne Orthen
Oberbilk. Die Kunstakademie-Studentinnen Malwina Steinhoff und Pia Karaus sind vor kurzem deutsche Meisterinnen geworden. In einem Hinterhof unterrichten sie jetzt den akrobatischen Tanz an der Stange. Von Semiha Ünlü

Natürlich hat man sie direkt vor Augen - die Bilder von knapp bekleideten Tänzerinnen in einem Club, die sich lasziv an einer Stange "abarbeiten", sie erst umkreisen, dann hinauf- und hinabgleiten (letzteres gerne mal kopfüber oder mit gespreizten Beinen) und damit eine Schar von Männern unterhalten, die sich dabei noch ein paar Drinks genehmigen. Doch Pole Dance kann mehr sein als das, finden die beiden Kunstakademie-Studentinnen Malwina Steinhoff (Malerei) und Pia Karaus (Bildhauerei).

Die beiden Freundinnen und Tanzpartner (sie wurden vor kurzem deutsche Meisterinnen im Pole Dance in der Kategorie Amateur/Double) wollen den noch eher als verrucht angesehenen Tanz als seriöse Tanz- und Sportart profilieren. "Das ist ein echtes Ganzkörper-Workout. Das fasziniert viele Frauen und mich selbst, diese Mischung aus Tanz und harter Akrobatik", sagt Steinhoff.

Die Räumlichkeiten dafür (auch Kunst wollen sie dort ausstellen) haben sie in einem Hinterhof an der Kölner Straße gefunden, wo sie heute "Pole Land" eröffnen. In dem hell erleuchteten, chicen, 160 Quadratmeter großen Studio gibt es zehn Übungsstangen. So einfach und mühelos es aussieht, wenn Steinhoff und Karaus gemeinsam an einer Stange kopfüber hinuntergleiten, ist es aber nicht. Es ist Knochenarbeit, blaue Flecken, Muskelkalter und Schürfwunden sind anfangs keine Seltenheit. Das weiß auch Maria Mann zu gut. Die Geschäftspartnerin ("früher machte ich Ballett") nahm vor einem Jahr die ersten Stunden bei den Kunststudentinnen, die Pole Dance im Rahmen des Hochschulsports anbieten. Anfangs fühle man sich wie ein Kartoffelsack an der Stange, doch die Herausforderung und die aufmunternden Worte der Kursleiterinnen trieben einen an. "Als ich dann erstmals kopfüber an der Stange war, rief ich direkt, dass sie gucken sollten", sagt Mann und lacht.

Sie wolle wie viele andere Frauen, die Steinhoff und Karaus schon unterrichtet haben, mit den tänzerischen Akrobatikübungen nicht die Männer beeindrucken, sondern etwas für sich selbst tun. "Pole Dance ist ja kein Paartanz. Man kann es alleine machen, und man macht es vor allem für sich selbst", sagt Karaus. Es gebe einem ein neues Körperbewusstsein, man halte den Kopf gerade, baue seine Fitness und Beweglichkeit aus, baue Selbstvertrauen auf. Auch Maria Mann kam vor allem, um etwas für sich zu tun: "Ich suchte einen Ausgleich zu meinem Wirtschaftsstudium."

Die Nachfrage nach Kursen (unter anderem über den Hochschulsport) sei inzwischen so groß, dass sich die Nachwuchs-Künstlerinnen mit Maria Mann zusammengetan, ihre Ersparnisse zusammengelegt und Pole Land gegründet haben. Eine Geschäftsidee, die in der Stadt nicht einmalig ist (an der Rethelstraße gibt es bereits "Poledance NRW", an der Glashüttenstraße "Poletastix"), aber Potenzial zu haben scheint. Nicht zuletzt sicher, weil sich Pop-Stars wie Britney Spears oder Beyoncé schon in Musikvideos an einer Stange versucht haben, wenn auch nicht so elegant wie Malwina Steinhoff und Pia Karaus.

Die Kurse, die sie in dem Studio anbieten, kämen für Frauen zwischen 18 und so 30 Jahre infrage. "Doch wir können uns auch Gruppen für Ältere vorstellen", sagt Karaus.

Für Männer sind die Workshops in Oberbilk bislang nicht vorgesehen. Obwohl Kevin James in seiner Serie "King of Queens" ja mal gezeigt hat, wie gekonnt sich auch Männer an einer Stange "abarbeiten" können.

Quelle: RP
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