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Oberbilk/Wersten
Ein Gärtchen Eden

Oberbilk/Wersten. An der Burscheider Straße 29 ist ein Nachbarschaftsgarten eröffnet worden, der auch Flächen für gemeinschaftliche Kräuterbeete hat. Von L. Protsch und A. Röhrig

Wenn man an der Burscheider Straße 29 durch die Einfahrt in den Innenhof geht, öffnet sich nach wenigen Metern ein großes Rolltor. Dahinter liegt eine riesige Grünfläche. Früher war dort einmal ein Spielplatz. Doch irgendwann wurde er vor allem von herumlärmenden Jugendlichen genutzt. Nach vielen Anwohnerbeschwerden entstand die Idee, die Anlage umzubauen. Doch was mit der Fläche machen? Das sei in der Verwaltung kontrovers diskutiert worden, zwischenzeitlich sei sogar über eine Wohnbebauung auf dem rund 2300 Quadratmeter großen Grundstück diskutiert worden. Das sagte die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Ruth Orzessek-Kruppa, bei der Eröffnung des Nachbarschaftsgartens.

Dadurch, dass das Wohnviertel zu dem Gebiet in Wersten gehört, das seit 2011 durch das Landesprogramm "Soziale Stadt" gefördert wird, stand Geld bereit, aus der grünen Brachfläche etwas zu machen, was die Menschen vor Ort nutzen können: einen Nachbarschaftsgarten, der allerdings unter einer sozialen Kontrolle steht.

In dem Garten an der Grenze zwischen Oberbilk und Wersten gibt es nun Flächen für gemeinschaftliche Kräuterbeete und für einen gemeinsamen Weidentipi-Bau. Ehrenamtler können sich beim Gärtnern engagieren; am Ort können Sprach- oder Gymnastikkurse abgehalten werden. Einen Haken gibt es allerdings - den die direkten Anwohner aber wohl positiv vermerken werden. Für die Benutzung des Gartens gibt es klare Regeln. Nichts läuft ohne die Caritas, die als Pächterin der Fläche die Schlüsselgewalt besitzt.

Wie die Benutzung jetzt genau über die Bühne geht, wird sich in den kommenden Wochen noch einspielen müssen. Manche Kitas etwa, die in der Anlage spielen, werden das Rolltor schließen; bei anderen Nutzern könnte das Tor offen stehen. Die Nutzungszeit ist von Montag bis Freitag, 9 bis 19.30 Uhr. Wer den Garten am Wochenende betreten will, muss dies bis spätestens freitags planen. Denn samstags und sonntags ist der Stadtteilladen der Caritas an der Liebfrauenstraße 30 nicht besetzt.

Seniorin Anneliese Neudecker findet es "schön, wie sie hier alles hergerichtet haben." Und dass den Garten bald sowohl Alt als auch Jung nutzen können. Allerdings sorgt sie sich auch ein wenig um die Zukunft des Gartens. Es habe früher schon häufig Probleme mit Vandalismus gegeben und die seien mit einem Rolltor nicht einfach weg.

Das aktuelle Konzept sehe weder eine Toilette noch Müllbehälter vor, sagte Planungsamtsleiterin Orzessek-Kruppa. Jeder Gartennutzer sei aufgerufen, seinen Müll wieder mitzunehmen. Bei der Toilettennutzung wird auf den Stadtteilladen der Caritas verwiesen, wo es auch den Schlüssel zum Garten gibt.

Quelle: RP
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