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Oberbilk
Ein Theaterabend in der Kirche

Oberbilk. Improvisations-Theatergruppe "Tatendrang" reagierte auch auf Zuschauer-Rufe. Von Sarah Schneidereit

Die evangelische Christuskirche glich am Freitagabend eher einem gemütlichen Szenetreff als Gotteshaus. Rund 40 Besucher waren in die Kirche an der Kruppstraße gekommen, um sich unter dem Motto "Liebe, oder was das Leben sonst so bringt" die Improvisations-Theatergruppe "Tatendrang" anzuschauen. Der Altar und das Kreuz dahinter wurden von einem warmen rötlichen Licht angestrahlt, während es sich die Besucher bei einer Flasche Bier oder Limo in den Bankreihen und auf extra aufgestellten Sesseln bequem machten.

Lars Schütt, Pfarrer der Kirche und Initiator des Abends, ist bekannt für ungewöhnlichen Aktionen. In seiner dreijährigen Amtszeit wurde aber - vom Krippenspiel einmal abgesehen - bisher noch kein Theater in der Kirche gespielt: "Dabei passt das eigentlich ganz gut hier her." Da das Stück zudem vor allem um Liebe ging, sei der Bezug zum Glauben durchaus gegeben.

Für Ilenia (26), die erst vor ein paar Monaten aus Italien nach Düsseldorf gezogen ist, war es zunächst seltsam, in einer Kirche Alkohol zu trinken. Vom Thema des Abends war sie dafür gleich begeistert. "Mich beschäftigt sehr die Frage, wie man sich nach einer Enttäuschung wieder für die Liebe öffnen soll", sagt die Katholikin, die aber nicht oft in den Gottesdienst geht.

Wie beim Improvisations-Theater üblich ließ sich die Gruppe "Tatendrang" auch bei ihrem Gastspiel in der Kirche von den Zurufen der Zuschauer leiten. So kam es, dass kurzerhand der Altarraum zur Titanic wurde oder ein Troll mit seiner Ehefrau beim Tischler einkaufte. "Bei so einer Veranstaltung darf natürlich gelacht werden. Und es ist nicht schlimm, wenn einer sich hier wirklich nur unterhalten lässt", sagt Schütt. Als Teil des Kulturprogramms in seiner Gemeinde sollen solche Veranstaltungen aber auch den Zugang zur Kirche erleichtern.

Quelle: RP
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