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Oberbilk
Eine neue Begegnungsstätte für Oberbilk

Oberbilk: Eine neue Begegnungsstätte für Oberbilk
Dagmar Lundvall, Victoria Ozeh, Martina Biermann (v.l.) FOTO: Anne Orthen
Oberbilk. An der Kölner Straße hat der Lotsenpunkt eröffnet. Er soll eine Anlaufstelle für alle im Viertel sein. Auch Lernkurse werden angeboten. Von Tino Hermanns

Auf der Kölner Straße pulsiert das Leben. Menschen jeglichen Alters und Hautfarbe gehen über die Geschäfts- und Kneipenstraße. Lange ist es her, dass sie bei der Hausnummer 267 die Schritte verlangsamten und durch die große Glasscheibe ins Innere spähten. Denn lange ist es her, dass in den Räumen etwas los war. Was die Leute jetzt sahen, war die Eröffnungsfeier des Lotsenpunktes. "Wir sind froh, dass es wieder Leben in den Räumlichkeiten gibt. Hier werden qualitative Projekte angeboten", sagt Stephan Pörtner. Er ist Pfarrer an St. Joseph und in der katholischen Seelsorge in Oberbilk, Unterbilk und Friedrichstadt beschäftigt. Trägerin des neuen sozialen Angebotes ist die Caritas. "Ja, der Lotsenpunkt ist konfessionell beeinflusst, hat aber mit Missionierung gar nichts zu tun. Der Lotsenpunkt ist offen für alle", betont Pörtner.

Die beiden Lotsenpunkt-Räume inklusive Küchenzeile und Toiletten gehören ins Portfolio des katholischen Kirchengemeindeverbands Unter-, Oberbilk, Friedrichstadt und Eller-West, wurden aber nicht genutzt. Gut, dass Martina Biermann sich unter anderem in der "Aktion neue Nachbarn", also in der Flüchtlingshilfe, engagiert und gute Kontakte zur Gemeinde hat. So kam die Idee auf, unter der Leitung von Biermann eine Begegnungs- und Beratungsstätte für jedermann, aber natürlich besonders für Menschen in Not, wie auch immer die aussehen mag, zu schaffen. "Es ist ein absolut offenes Angebot. Wer kommt, der kommt", so Biermann. Wer Hilfe benötigt, soll sie bekommen. Einige Programmpunkte sind bereits fixiert. Das Begegnungscafé lädt beispielsweise mittwochs abends (18 bis 20 Uhr) zum Deutsch sprechen. "Viele Flüchtlinge und Migranten lernen in Kursen Deutsch, trauen sich aber nicht, das Gelernte anzuwenden. Bei uns soll jeder reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist", so Biermann.

Lernangebote gibt es aber auch. So stehen im hinteren Raum vier Computer mit 200 Lernprogrammen. "Die Laptops waren bei Unternehmen ausgemustert und sind uns nach kompletter Überarbeitung zur Verfügung gestellt worden. Von Mathe und Physik für Schüler bis zur Wohnungssuche in arabischer Sprache ist hier alles möglich", sagt Biermann. Jetzt warten er und die Ehrenamtlerin Dagmar Lundwall auf "Kundschaft". Als sich die Tür zum Lotsenpunkt zum ersten Mal öffnete, war es so, wie gewünscht. Menschen jeglichen Alters und jeglicher Hautfarbe kamen zur Eröffnung.

Quelle: RP
 
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