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Oberbilk
Film und Sport bringen Anwohner und Flüchtlinge zusammen

Oberbilk. Interessiert erkundigen sich Passanten, was denn da auf dem Lessingplatz in Oberbilk los sei. Die Idee, Anwohner und Flüchtlinge bei einem Filmfest zusammen zu bringen, weckt Begeisterung. Kinder laufen aufgeregt herum. Sie können den Start von "Chihiros Reise ins Zauberland" nicht erwarten. Die Albaner Samuel (10), Kejsi (4), Erti (8) und Jetoni (6) kennen den Film noch nicht, finden die Auswahl aber toll. Fabio aus dem Irak scheint allerdings nicht ganz so zufrieden zu sein. "Ich hätte lieber etwas Blutigeres gesehen", sagt der Zehnjährige.

Am Anfang stand der Einfall, "Orte, die für andere alltäglich sind, zu Kino-Orten zu machen", beschreibt Kurt Heuvens die Entwicklung der Filmfest-Events. Das hat er voriges Jahr erfolgreich mit der gemeinnützigen Organisation "Turtle e.V." in Island und auch in Düsseldorf ausprobiert. Neu ist beim aktuellen Filmfest die Einbindung von Flüchtlingen. "Es geht uns darum, ein Erlebnis miteinander zu teilen. Man kann, muss sich aber nicht kennenlernen", berichtet Organisator Tobias Textor. "Wir haben Filme ausgewählt, in denen nicht so viel geredet wird, die man auch durch Mimik und Gestik verstehen kann", erklärt er. Oliver Targas von der Diakonie, die das Filmfest unterstützt, fügt hinzu, "wir wollten etwas machen, was einem selber Spaß macht - wie essen und Filme schauen".

Am Lessingplatz geht es aber nicht nur um das gemeinsame Kinoerlebnis. Vor den Filmen haben Kinder die Möglichkeit, sich beim Fußballspielen, Basteln und Malen auszutoben. Das Essen haben die Diakonie, die "Kuchenecke" und Flüchtlinge mitgebracht. Traditionell-türkische Musik sorgt am Abend für Stimmung.

Wer Lust bekommen hat, mit seinen Nachbarn zu essen oder einen Film zu schauen, hat dazu noch zwei Chancen: Am 10. Juni findet das Filmfest im Rheinpark Golzheim statt, am 17. Juni in der besonderen Atmosphäre der Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Aufgrund des Ramadans starten beide Veranstaltungen um 20 Uhr.

(nes)
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