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Oberbilk
Im Haus Kolvenbach wird wieder getanzt

Oberbilk: Im Haus Kolvenbach wird wieder getanzt
2011 hatten die Pächter das Haus am Stoffeler Kapellenweg im Südpark verlassen, seitdem steht das einst beliebte Lokal leer. FOTO: Andreas Endermann
Oberbilk. Nach mehr als vier Jahren Leerstand werden in dem Gebäude im Südpark bald wieder Musik- und Tanzpartys gefeiert. Der Kulturverein "damenundherren" lädt zum Auftakt zu einer Lindy-Hop-Party ein. Auch einen Investor soll es inzwischen geben. Von Arne Lieb und Semiha Ünlü

Im traditionsreichen Haus Kolvenbach gehen wieder die Lichter an - wenn auch zunächst nur vorübergehend. Der alternative Kulturverein "damenundherren", der in seinen bisherigen Räumen an der Oberbilker Allee wegen fehlender Genehmigung keine Konzerte und Partys mehr veranstalten darf, hat am Freitag die Schlüssel für die große Gaststätte im Südpark erhalten. Er wird im September eine Reihe von Veranstaltungen ausrichten. Anschließend, so heißt es, soll ein Investor das Gebäude übernehmen.

Durch das Gastspiel des Kulturvereins wird erstmals seit mehr als vier Jahren wieder im Haus Kolvenbach getanzt: Am Freitag feiert das "damenundherren" zum Auftakt eine Lindy-Hop-Party, am folgenden und zwei weiteren Sonntagen gibt es Tanzkurse. Höhepunkt wird eine Party mit DJ Henry Storch am Samstag, 19. September.

Ende des Monats ist das Gastspiel dann aber wieder vorbei - obwohl das "damenundherren" sich zeitweise Hoffnung gemacht hatte, die Gaststätte längerfristig übernehmen zu dürfen. Nun konzentrieren sich die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder auf das kurze Programm im Grünen. "Wir sind froh und gespannt, wie es läuft", sagt Vorstandsmitglied Annette Krohn. Das Amt für Gebäudemanagement hatte die neue Nutzung ermöglicht, unter anderem durch den Einbau einer Brandschutzmauer.

Die Politiker der für Oberbilk zuständigen Bezirksvertretung 3 und auch viele Vereine im Stadtteil hatten sich seit der Betriebsaufgabe des letzten Pächters Ende 2011 immer wieder für die Wiedereröffnung stark gemacht. Für viele Menschen war es eine beliebte Ausgehadresse (ein Lokal und eine Tanzschule waren dort untergebracht), für Vereine wie die Oberbilker Schützen war es ein wichtiger Veranstaltungsort für Feiern und Ehrungen.

Ende November 2014 wurde dann bekannt, dass das Haus am Stoffeler Kapellenweg, das 1880 erbaut worden war, von Hauswächtern bewohnt werden soll, um es vor Vandalismus und einem weiteren Verfall zu schützen. Seitdem wohnen dort zwei Studenten.

Dass immer noch nicht bekannt ist, wie die langfristige Zukunft des Hauses aussieht, sorgt für Verärgerung unter den Stadtteilpolitikern - die von der Stadt offenbar auch nicht über das Gastspiel von "damenundherren" informiert wurden. "Die Stadtverwaltung hat uns trotz unserer mehrmaligen Anfragen noch immer keine verbindliche Auskunft zu der Nutzung des Hauses gegeben", sagt Bezirksbürgermeister und CDU-Politiker Walter Schmidt. Das habe Raum für viele Spekulationen gegeben, bemängelt er.

Man begrüßt aber, dass "damenundherren" jetzt die Chance bekommt, das Haus im Südpark zu nutzen. "Der Verein ist dafür bekannt, gute Arbeit zu machen", sagt etwa Lutz Goebels (SPD). Auch die Schützen können sich damit arrangieren. "Seit der Schließung sind wir auf andere Veranstaltungsräume ausgewichen, daher sind wir jetzt nicht allzu enttäuscht, dass ein anderer Verein das Haus für Veranstaltungen nutzen darf", sagt der Sprecher der Oberbilker Schützen, Torsten Petersen.

Quelle: RP
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