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Oberbilk/Garath
Künstler zeigt Origami-Kunst im Flüchtlingsheim

Oberbilk/Garath. Wer Tadeusz Malachowski zuschaut, erkennt, dass er ein Papierquadrat auch mit geschlossenen Augen in ein Kunstwerk verwandeln könnte. Am Samstag zeigt der Künstler, den man für seine Aktionen auch in Oberbilk sehr gut kennt, in der Flüchtlingsunterkunft in Garath wie mittels japanischer Papier-Faltkunst namens Origami filigrane Kraniche entstehen. Ein Tisch und ein Stapel Papier - mehr braucht er dafür nicht. Immer wieder stehen Kinder aus der Unterkunft fasziniert dabei, beobachten seine geschickten Hände und klatschen vor Freude über den kleinen Papier-Zauber.

"Am Nachmittag kamen Erwachsene. Für mich ist es ein großes Geschenk, dass Syrer, Afghanen, Iraker und Iraner mitgemacht haben", sagt der Künstler. Mit seinem kreativen und friedlichen Engagement ist er den Maltesern willkommen, ein Foto untersagten die Betreiber der Unterkunft jedoch und auch einen Bericht über die Aktion wollten die Verantwortlichen nicht zulassen. "Ich möchte mit dieser Veranstaltung an den 6. August und den 9. August erinnern, als in Hiroshima und Nagasaki die Atombomben fielen", erklärt Malachowski, der den Künstlernamen Atmaram trägt. Mit den Origami-Kranichen greift er eine japanische Legende auf: Ein junges Mädchen namens Sadako Sasaki hatte sich das Ziel gesetzt, 1000 Kraniche zu falten. Im Volksglauben heißt es, dass die Götter bei dieser Anzahl einen Wunsch erfüllen. Sadako - durch die Strahlung der Bomben sterbenskrank - schaffte 644 Glücksbringer bevor sie starb. Fortan gilt der Kranich als Symbol für den Frieden.

Atmaram verfolgt seit 2007 ein Gesamt-Kunstwerk. Im nächsten Jahr will er aus 24.000 Origami-Faltern ein begehbares, bewegliches Gebäude fertigen, das für gute Zwecke versteigert werden soll.

(bgw)
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