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Oberbilk
Neues Gymnasium sucht Schüler

Oberbilk. Die Anmeldungen reichen vorerst nicht. Sylvia Pantel will "Flüchtlingsschule". Von Jörg Janssen

Der Fehlstart für das neue städtische Gymnasium an der Schmiedestraße setzt sich fort. Wie bereits bei der öffentlichen Präsentation der Baupläne eingeräumt (wir berichteten), wurden bislang zu wenige Schüler angemeldet. Inzwischen liegt die Zahl bei 26, das ist aber weit entfernt von der vorgeschriebenen Mindestzahl. Die liegt bei 75, was drei Eingangsklassen entspricht. Bei der Bezirksregierung, die den Neustart im August genehmigen müsste, sieht man das Ganze kritisch.

"Der Standort ist gut geeignet für ein Gymnasium", sagt Schuldezernent Burkhard Hintzsche zwar, fügt allerdings an: "Wenn es 2016 nicht an den Start geht, dann wird es das eben 2017 tun." Nach einem überzeugten "in jedem Fall" hört sich das nicht mehr an.

Theoretisch gäbe es mehrere Möglichkeiten, das Oberbilker Gymnasium doch noch 2016 an den Start zu bringen. Zum einen könnten Schüler, die an überfüllten Gymnasien keinen Platz gefunden haben, dorthin "umberaten" werden. Zum anderen könnte die Schule als "Dependance" eines anderen Gymnasiums starten. Doch beide Varianten treffen offenbar bei der Schulaufsicht auf wenig Gegenliebe.

Für die frühere CDU-Schulexpertin im Rat und heutige Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel ist das auf den ersten Blick überraschende Ausbleiben von Anmeldungen (trotz stadtweit hoher Nachfrage) hausgemacht. "Man muss sich da ehrlich machen. Möglicherweise liegt es einfach am Standort." Pantel rät von Dependancen und Umberatungen ab. Stattdessen schlägt sie vor, an der Schmiedestraße fürs Erste ausschließlich "Flüchtlinge zu beschulen, die gerade angekommen sind und noch nicht oder kaum Deutsch können". Es sei sinnvoll, zumindest den Auftakt der so genannten Erstförderung dort zu bündeln. "Hier geht es ja auch um das Erkennen von Traumata. Und ob das bei einer willkürlichen Verteilung auf fast alle Schulen gleich gut zu leisten ist, bezweifele ich."

Quelle: RP
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