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Oberbilk/Reisholz
Psychiater aus Prozess gegen "Guru" entlassen

Oberbilk/Reisholz. Wegen möglicher Befangenheit hat das Landgericht einen psychiatrischen Gutachter gestern aus einem Strafprozess entlassen. Mitten in der Verhandlung gegen einen selbst ernannten Guru, der laut Anklage zwei Frauen psychisch derart manipuliert haben soll, dass sie sich für ihn prostituierten, hatte der Gutachter in einem Magazin geblättert. Die Verteidigung hatte deshalb vergangene Woche das Interesse des Psychiaters an der Verhandlung angezweifelt und wegen der "Besorgnis der Befangenheit" seine Entlassung beantragt.

Das Gericht stimmte dem zu. Das Blättern im Magazin sei "keine bloße Unhöflichkeit". Der Gutachter sei dem Prozess "nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit gefolgt". Seinen Einwand, er sei multitaskingfähig, ließ das Gericht so wenig gelten wie den Hinweis, dass auch Caesar mehrere Briefe gleichzeitig diktiert haben solle. Es genüge schon "der Anschein von Desinteresse". Damit entsprach das Gericht einem Ablehnungsantrag der Verteidigung. Die Aufgaben des Psychiaters sollen nun zwei andere Gutachter übernehmen.

(wuk)
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