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Oberbilk
Vom Schützen zum König und zurück

Oberbilk. Auf Schützenfesten steht nicht allein das Regimentskönigspaar im Mittelpunkt. Das spürt auch Jungschützenkönig Thomas Wemmers. Von Oliver Burwig

Michelle Göddertz und Thomas Wemmers sind kein typisches Jungschützenkönigspaar. Der kräftige Wemmers überragt seine Königin um mindestens einen Kopf, kennt das Schützenleben schon sein ganzes Leben lang, während es für Göddertz eine völlig neue Erfahrung ist. Was beide gemein haben, ist die Aufregung, die wohl jeder Schützenkönig kennt, das Lampenfieber und das Gefühl, allein im Mittelpunkt zu stehen.

Dabei ist die Schützenkönigswürde für Wemmers nichts Neues: Schon einmal war er Jungschützenkönig bei den Elleraner Schützen. 14 Jahre wohnte er in Oberbilk, ehe die Familie des 21-Jährigen nach Eller zog. Seitdem fühlt sich Wemmers in beiden Vereinen zu Hause: "In Eller ist es anders, es macht mir hier aber genau so viel Spaß wie dort." Schon als Kleinkind war er dabei, sein Großvater hielt ihn auf den Schützenparaden immer im Arm.

Ganz anders Göddertz. Die 19-Jährige lernte Wemmers vor fünf Jahren über das Fußballspielen beim SV Oberbilk kennen. Mit dem Schützenwesen hatte die Schülerin bisher wenig am Hut, weder sie noch ihre Eltern waren in einem Verein. "Für mich ist das alles neu. Jedes Wochenende bin ich auf Veranstaltungen und lerne neue Leute kennen." Zu den Krönungsbällen der Oberbilker Kompanien begleitet Göddertz ihren Jungkönig in einem bordeauxfarbenen Kleid, das Wemmers wie auch seine eigene Uniform bezahlt hat. "Das ist aber das einzige, was man selbst zahlen muss", sagt Wemmers. Mit seinen 21 Jahren ist er in dieser Saison das letzte mal als Jungschütze mit dabei, ab dem nächsten Jahr könnte er theoretisch sogar um die Regimentskönigswürde schießen. Diese Idee lehnt Wemmers allerdings lachend ab: "Dazu bin ich zu schüchtern, mir reicht es schon, wenn ich hier im Mittelpunkt stehe oder auf dem Thron sitze." Auch Göddertz ist froh, als Jungschützenkönigin keine großen Reden halten zu müssen.

Obwohl sie selbst keinem Schützenverein beitreten würde, schätzt Göddertz die Gesellschaft der jungen Schützen. Auch Wemmers geht gerne zu den Veranstaltungen, die der Verein für seine jungen Mitglieder ausrichtet: "Da gibt es zum Beispiel das Oktoberfest, auf dem man immer neue Leute aus den anderen Kompanien kennen lernt." Nicht zuletzt durch seine Person sind die Elleraner, Bilker und Oberbilker Schützen eng miteinander verbunden. Noch bis Dienstag bleiben Göddertz und er ein Königspaar, dann erhält das neue Paar die Königskette. Am Montag geht für Wemmers damit zwar sein Königsjahr zu Ende, dafür beginnt ein neuer Lebensabschnitt für den Elleraner: Er beginnt eine Ausbildung zum Installateur. "Nach Feierabend geht es aber wieder in die Uniform und ab ins Festzelt", sagt Wemmers.

Quelle: RP
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