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Oberbilk/Oberkassel
Wenn aus Schülern Künstler werden

Oberbilk/Oberkassel: Wenn aus Schülern Künstler werden
Die "Künstler" (v.l.) Antonia Dickhaus, Robin Bätz, Kristina Zitlau, Lea Schupp und Julia Canters mit Schuldezernent Burkhard Hintzsche FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Oberbilk/Oberkassel. Schuldezernent Burkhard Hintzsche lobte bei der Eröffnung der Ausstellung der Carl-Benz-Realschule Oberkassel die hohe künstlerische Qualität der Arbeiten. Die Bilder sind auch käuflich. Eben ganz so wie bei den "großen" Künstlern. Von Nicole Esch

Schüler der Carl-Benz-Realschule Oberkassel präsentieren im Weiterbildungszentrum am Hauptbahnhof ihre Bilder. Schuldezernent Burkhard Hintzsche freute sich, die Ausstellung eröffnen zu können. "Ich finde es gut, wenn man mit Ergebnissen der Schularbeit aus der Schule rausgeht." Beeindruckt zeigte er sich von der hohen künstlerischen Qualität der Stücke. "Ein Unterschied zu Exponaten von Künstlern ist kaum zu sehen", staunte er.

Die Schüler der siebten bis zehnten Klasse haben Kunst als viertes Hauptfach gewählt und müssen dabei eine praktische Arbeit als Prüfung abgeben. Diese entsteht im Rahmen eines Projekttages, erklärte Kunstlehrerein Susanne Ritter. Jede Klasse befasst sich dabei mit einer anderen Epoche oder Stilrichtung. So steht beispielsweise in der siebten Klasse der Expressionismus im Vordergrund. In der achten Klasse beschäftigen die jungen Künstler sich mit dem Impressionismus. Vor der praktischen Arbeit lernen die Schüler die kunstgeschichtlichen Aspekte der Epochen.

So konnten Julia und Larissa, die jetzt die achte Klasse besuchen, ihre Bilder aber bereits in der Siebten gemalt haben, alles über den Expressionismus und seine Besonderheiten berichten. Wenn sie über die Künstlergruppen "Die Brücke" oder "Der Blaue Reiter" referieren, brauchen sie sich hinter keinem Kunstkenner zu verstecken. Beide hatten für ihre Werke August Mackes "Promenade" als Vorlage. "Erst sehen die Bilder doof aus. Dann kommt immer mehr hinzu und sie sehen plötzlich besser aus", beschrieb Larissa den Entwicklungsprozess der Exponate. Auch Nicki hat mit einem Macke-Bild gearbeitet. Nachdem sie allerdings die Vorlage verloren hatte, musste sie ihre Phantasie nutzen. Besonders interessant fand sie, dass Macke Figuren ohne Gesichter gemalt hat. Auch die genutzten Farben und Hintergründe haben sie sehr angesprochen.

Ein Lob hatte Larissa für ihre Lehrerinnen parat. "Die Lehrer versuchen den Schülern eine Chance zu geben, das zu tun, was sie können." Aber auch die Pädagoginnen profitieren von der Arbeit mit den Kindern. "Die Schüler haben mich motiviert", erzählte Ritter. "Auch ich habe wieder angefangen, zu malen." Ihr Werk ist bei der Ausstellung ebenso zu sehen. Die größten Kritiker der Exponate sind die Künstler selbst. "Einige Bilder wurden später noch von den Schülern überarbeitet, weil sie das selbst so wollten, um sich nicht schämen zu müssen", berichtete Alexandra, eine Klassenkameradin von Larissa.

Die Schüler und Schülerinnen der zehnten Klasse haben sich mit Aquarellmalerei befasst. Ihre Vorlagen kamen dabei von unbekannten Künstlern, wobei sich das Motiv der Spiegelung im Wasser durch alle Bilder zog. Es ging den Kunstlehrerinnen Ritter und Hansen darum, ihren jungen Künstlern die Mal-Techniken zu vermitteln - so wie auch bei den Pastellzeichnungen. Jonas, einer der Schüler, freute sich, dass man bei dieser Arbeit "die eigene Entwicklung beim Malen" sehen kann. Antonia fand es besonders schön, dass es "durch die verschiedenen Kunstrichtungen immer neue Herausforderungen gibt".

Die Bilder kann man für 80 Euro kaufen. Einige Interessenten gibt es schon. Das Geld bekommen die Künstler. Wenn sie nicht mehr an der Schule sind oder die Bilder den Künstlern nicht mehr zugeordnet werden können, geht das Geld an den Förderverein.

Quelle: RP
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